Kommode 70 cm Breit

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Eine Kommode 70 cm breit stellt ein durchdachtes Kastenmöbel zur Selbstmontage dar, das durch seine kompakten Abmessungen gezielt für schmale Nischen, kurze Wandabschnitte oder beengte Flurbereiche konstruiert ist. Bei der flexiblen Raumplanung agiert dieses Breitenmaß wie ein maßhaltiger Passdübel in einer Zwischenwand – es schließt exakt jene Lücke, für die ausladende Kastenmöbel zu sperrig und gewöhnliche Beistelltische zu klein sind. Der folgende Ratgeber liefert ambitionierten Heimwerkern und Möbelmonteuren detaillierte technische Kriterien zu Korpusaufbau, Beschlagtechnik, Maßtoleranzen und Ausrichtung für das perfekte Aufbauergebnis.

Dimensionen, Schnittstellen und Raumplanung

Die gezielte Wahl von Möbelmaßen entscheidet maßgeblich über die Funktionalität und Ergonomie eines Wohnbereichs. Eine Breite von rund 70 cm bis 80 cm bildet die goldene Mitte zwischen ultrakompakten Schränken und großflächigen Sideboards. Für die Planung stehen verschiedene Bauhöhen und Korpustiefen zur Verfügung:

  • Höhenstaffelung: Eine klassische Bauhöhe von 75 cm eignet sich ideal, um unter Fensterbänken platziert zu werden oder mit Schreibtischkanten bündig abzuschließen. Steht vertikales Stauvolumen im Vordergrund, bietet sich eine Bauweise mit 100 cm bis 120 cm Höhe an, die im Wohnbereich häufig als Highboard fungiert.
  • Bautiefen und Verkehrswege: Eine Korpustiefe von 35 cm hält Durchgänge frei und eignet sich hervorragend als Kommode Schmal Flur. Für die Lagerung von gefalteten Textilien oder Aktenordnern stellt eine Kommode Tiefe 35 cm oder eine Kommode Tiefe 30 cm eine platzsparende Alternative dar.

Einsatzbereiche im Wohn- und Arbeitsumfeld

Dank der schlanken Proportionen lässt sich ein schmaler Schubladenschrank vielseitig in Wohnkonzepte integrieren:

  • Diele und Eingangsbereich: Als kompakte Ablage für Schlüssel, Handschuhe und alltägliche Utensilien, ohne die vorgeschriebenen Flucht- und Gehwege einzuengen.
  • Schlafbereich: Als gezielte Ergänzung zum Kleiderschrank nimmt eine Schlafzimmer Kommode Wäsche und Accessoires auf, während eine separate Nachtkommode direkt neben dem Bett platziert wird.
  • Wohn- und Arbeitszimmer: Ein kompaktes Sideboard dient als stabiles Podest für Mediengeräte oder nimmt Unterlagen im Arbeitszimmer auf.
  • Kinder- und Jugendzimmer: Eine Kommode Kinderzimmer bietet erreichbare Auszüge für Spielsachen und Malutensilien.

Materialbeschaffenheit und Korpuskonstruktion

Langlebige Kastenmöbel für die Selbstmontage basieren auf Holzwerkstoffplatten mit einer Materialstärke von 16 mm. Die Kernplatten bestehen aus verdichteten Holzspänen, die beidseitig mit einer robusten Melaminharzbeschichtung veredelt sind. Diese schützt das Trägermaterial wirkungsvoll vor Abrieb, Kratzern und leichter Oberflächenfeuchtigkeit.

Farbdekore und Oberflächenstrukturen

Die optische Erscheinung des Möbels prägt die Raumwirkung nachhaltig:

Beschlagtechnik: Führungen, Scharniere und Verbindungen

Die mechanische Belastbarkeit eines Möbels wird primär durch die Qualität der Verbindungs- und Bewegungsbeschläge bestimmt. Für eine langlebige Funktion kommen standardisierte Beschlagskomponenten zum Einsatz.

Auszugssysteme für Schubkästen

Je nach Modellreihe kommen Rollenführungen oder Kugelführungen zum Einsatz. Rollenführungen mit pulverbeschichteten Stahlschienen laufen auf langlebigen Kunststoffrollen und sind meist als Teilauszug ausgeführt, bei dem sich der Schubkasten zu rund 75 % aus dem Korpus herausziehen lässt. Kugelführungen ermöglichen einen seidenweichen Lauf und eine hohe Spurtreue. Beide Schienentypen sind für dynamische Traglasten von 10 bis 15 kg je Schublade ausgelegt.

Scharniertechnik für Schranktüren

Türelemente werden über verdeckte Scharniere (Topfbänder) mit einem Topfdurchmesser von 35 mm im Korpus verankert. Die Montage erfolgt meist im Eckanschlag, bei dem der Türflügel voll auf der 16 mm starken Korpuskante aufliegt. Standard-Topfbänder weisen einen Öffnungswinkel von 110° auf. Sie verfügen über Stellschrauben zur dreidimensionalen Justierung, um ein gleichmäßiges Fugenbild millimetergenau einzustellen.

Stabile Korpusverbindungen

Der Korpus wird durch ein Zusammenspiel aus Riffeldübeln (Abmessung 8 x 30 mm) und Exzenterverbindern kraftschlüssig montiert. Die Holzdübel nehmen Querkräfte auf, während der Exzenterbolzen in der 15-mm-Bohrung den Deckel und den Boden fest an die Korpusseiten heranzieht.

Montageanleitung für Heimwerker

Der fachgerechte Aufbau eines Kastenmöbels lässt sich mit grundlegendem Werkzeug in einer Montagezeit von etwa 60 bis 90 Minuten durchführen.

Erforderliches Werkzeug

  • Akkuschrauber mit passendem Bit-Einsatz PZ2 (Pozidriv)
  • Hand-Schraubendreher PZ2 für Einstellarbeiten an den Scharnieren
  • Schlosserhammer zum vorsichtigen Eintreiben der Holzdübel und Einschlagen der Rückwandnägel
  • Wasserwaage und Gliedermaßstab zur Ausrichtung und Winkelprüfung

Schritte für einen präzisen Aufbau

  1. Beschläge vormontieren: Drehen Sie die Exzenterbolzen und Schrankverbinder von Hand oder mit niedriger Drehmomentstufe in die vorgebohrten Bohrungen der Seitenwände ein.
  2. Führungsschienen befestigen: Verschrauben Sie die Korpusschienen der Schubladenführungen an den markierten Bohrungen im System 32 der Innenseiten, solange die Korpuswände noch flach liegen.
  3. Korpus zusammenfügen: Stecken Sie die Unter- und Oberböden mittels Holzdübel auf die Seitenwände und arretieren Sie die Exzentergehäuse durch eine Drehung im Uhrzeigersinn.
  4. Diagonale messen und Rückwand fixieren: Messen Sie vor dem Annageln der HDF-Rückwand beide Diagonalen des Korpus. Stimmen beide Maße exakt überein, ist der Korpus rechtwinklig. Nageln Sie die Rückwand im Abstand von ca. 15 cm rundherum fest, um dem Möbelstück seine finale Verwindungssteifigkeit zu verleihen.
  5. Fronten einsetzen und justieren: Schieben Sie die Schubkästen ein und montieren Sie die Türen. Über die Justierschrauben der Topfbänder richten Sie Höhe, Tiefe und Neigung der Türen aus, bis umlaufend ein paralleles Spaltmaß entsteht.
  6. Kippschutz montieren: Verschrauben Sie den beiliegenden Kippschutzwinkel fest mit der Wand, um ein Umkippen des Möbels bei gleichzeitig geöffneten Auszügen zuverlässig zu verhindern.

Modellreihen im Überblick

Um verschiedenen Stauraumanforderungen gerecht zu werden, bieten die Serien MIKEL und NOAH unterschiedliche Fach- und Schubladenaufteilungen:

Verwandte Maße und Kategorien

Falls Ihre Nische oder Stellfläche andere Maße erfordert, stehen Ihnen zahlreiche Alternativen zur Verfügung:

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Gewicht kann eine Schublade der Kommode tragen?

Die verbauten Schubladenführungen sind für eine gleichmäßig verteilte Tragkraft von 10 bis 15 kg je Auszug ausgelegt. Um eine reibungslose Mechanik zu gewährleisten, sollten schwere Gegenstände wie Bücher oder Metallwerkzeuge bevorzugt auf den unteren Einlegeböden der Türelemente verstaut werden.

Welches Werkzeug ist für den Aufbau der Kommode zwingend erforderlich?

Für die Montage benötigen Sie einen Schraubendreher oder Akkuschrauber mit Kreuzschlitz-Bit PZ2, einen handlichen Hammer für Holzdübel und Rückwandnägel sowie einen Gliedermaßstab zur Überprüfung der Diagonalen. Für die finale Ausrichtung empfiehlt sich eine Wasserwaage.

Wie wird verhindert, dass die Kommode bei geöffneten Schubladen nach vorne kippt?

Dem Montagesatz liegt ein solider Kippschutzwinkel bei. Dieser wird an der Korpusoberkante verschraubt und mit einem passenden Dübel in der massiven Wand verankert. Dies sichert das Möbelstück bei ausgezogenen Schubkästen zuverlässig gegen ein Übergewicht nach vorne ab.

Aus welchem Material bestehen Korpus und Fronten?

Korpus und Fronten bestehen aus 16 mm starken Spanplatten, die beidseitig mit einer widerstandsfähigen Melaminharzbeschichtung versiegelt sind. Die Kanten sind maschinell mit schützenden ABS- oder Melaminkanten umleimt, was sie widerstandsfähig gegen Stöße und Feuchtigkeit macht.

Lassen sich die Türen bei unebenen Fugen nachträglich einstellen?

Ja, die montierten Topfbänder mit 35 mm Topfbohrung verfügen über drei Stellschrauben. Damit lassen sich die Türfronten millimetergenau in der Höhe, in der seitlichen Auflage sowie im Abstand zum Korpus justieren, um ein vollkommen paralleles Spaltmaß zu erzielen.