Highboard in Betonoptik — Wirkung, Pflege & Kombination

Ein Highboard in Betonoptik ist ein halbhoher Schrank, der industrielles Design mit praktischem Stauraum verbindet, wobei die Oberfläche meist aus einer melaminbeschichteten Spanplatte mit täuschend echter Steinstruktur besteht.

Der rohe, urbane Industrie-Look hat sich bei der Inneneinrichtung fest etabliert. Während echter Beton für den Möbelbau viel zu schwer, porös und unpraktisch wäre, bieten moderne Holzwerkstoffe eine clevere Alternative. Ein solches Möbelstück schließt die Lücke zwischen einer klassischen Kommode und einem raumhohen Schrank. Im folgenden Ratgeber erfährst du, worauf es bei den Maßen, dem Materialaufbau und der Montage dieser Möbelstücke ankommt.

Materialaufbau und Oberflächenbeschaffenheit

Wenn im Möbelbau von Betonoptik die Rede ist, handelt es sich technisch gesehen um ein Dekor. Der Korpus und die Fronten bestehen in der Regel aus einer robusten Spanplatte oder aus MDF (Mitteldichte Faserplatte). Darauf wird eine bedruckte und geprägte Papierschicht aufgebracht, die mit einer Melaminharzbeschichtung versiegelt wird.

Diese Konstruktion hat für den Alltag entscheidende Vorteile. Die Oberfläche verhält sich wie ein gut versiegelter Hallenboden – sie ist stoßfest, kratzunempfindlich und weist Feuchtigkeit ab. Die Haptik ist oft leicht angeraut, um die Poren und die Struktur von echtem Sichtbeton nachzuahmen. Dadurch entstehen keine störenden Lichtreflexionen, und Fingerabdrücke bleiben auf dem grauen, unruhigen Muster nahezu unsichtbar.

Maße und Raumplanung für das Highboard

Die Wahl der richtigen Abmessungen entscheidet darüber, ob das Möbelstück im Raum drückend wirkt oder sich harmonisch einfügt. Da Highboards in der Regel zwischen 100 cm und 130 cm hoch sind, bieten sie viel Volumen, ohne die Wandfläche komplett zu verschließen.

Für schmale Flure oder kleinere Wohnzimmer ist die Bautiefe der wichtigste Faktor. Ein Highboard, das 30 cm tief oder 35 cm tief ist, ragt nicht zu weit in den Laufweg hinein. Diese Tiefe reicht völlig aus, um Bücher, Geschirr oder Unterlagen in Ordnern zu verstauen. Plant man das Möbelstück für eine Nische, bietet sich ein Modell an, das rund 70 cm breit ist. Diese kompakten Maße lassen sich auch in verwinkelten Räumen gut stellen. Wenn mehr Platz zur Verfügung steht, können auch breitere Modelle ab 120 cm gewählt werden, die dann oft mit mehreren Türen und Schubladen ausgestattet sind.

Kombination im Wohn- und Schlafbereich

Die graue, kühle Ausstrahlung der Betonoptik benötigt den richtigen Gegenspieler im Raum, damit die Einrichtung nicht zu steril wirkt.

  • Kontraste mit Holz: Die Kombination mit warmen Holztönen wie Sonoma Eiche oder Wotan Eiche bricht die Strenge des Betons auf. Viele Möbelhersteller integrieren Holzelemente bereits in die Fronten oder Abdeckplatten der Betonschränke.
  • Dunkle Akzente: Wer den modernen Industrie-Stil konsequent durchziehen möchte, kombiniert das Möbelstück mit schwarzen Metallelementen. Alternativ kann ein Highboard Schwarz direkt neben einem grauen Schrank platziert werden, um eine klare optische Trennung zu schaffen.
  • Wohnzimmer: Hier lässt sich das Möbelstück hervorragend in eine bestehende Wohnwand Betonoptik integrieren. Für den Fernseher und die Multimediageräte bietet sich als Ergänzung ein flaches Lowboard Betonoptik an.
  • Schlafzimmer und Flur: Als Ergänzung zum Bett passt ein geräumiger Kleiderschrank Betonoptik. Für kleinere Kleidungsstücke oder als Flurmöbel für Mützen und Schals leistet eine kompaktere Betonoptik Kommode gute Dienste.

Werkzeug und Tipps für den Aufbau

Die Selbstmontage eines Highboards erfordert systematisches Vorgehen. Da diese Schränke ein gewisses Eigengewicht mitbringen, ist es ratsam, den Aufbau mit zwei Personen durchzuführen.

Benötigtes Werkzeug

  • Akkuschrauber (mit passenden Bits, meist PZ2 oder TX20)
  • Kreuzschlitzschraubendreher (für die Feinjustierung der Scharniere)
  • Wasserwaage
  • Gummihammer
  • Zollstock

Schritte bei der Montage

  1. Vorbereitung: Alle Bauteile flach auf einem weichen Teppich oder der Kartonage ausbreiten, um Kratzer am Dekor zu vermeiden.
  2. Verbindungselemente einsetzen: Zunächst werden die Holzdübel (ggf. mit einem Tropfen Holzleim) und die Bolzen der Exzenterverbinder in die vorgebohrten Löcher des Bodens und der Seitenteile gesetzt.
  3. Korpus montieren: Die Seitenteile mit dem Boden und dem Deckel verbinden. Die Exzenterverbinder werden durch eine halbe Drehung mit dem Schraubendreher festgezogen.
  4. Rückwand nageln: Der Korpus muss exakt im rechten Winkel liegen (Diagonalen mit dem Zollstock messen, sie müssen identisch sein). Dann die Rückwand in den Falz legen und festnageln. Dies gibt dem Schrank seine Stabilität.
  5. Wandbefestigung: Ein hohes Möbelstück muss zwingend gegen Umkippen gesichert werden. Nutze den beiliegenden Kippschutz und verdübele das Highboard fest mit der Wand.
  6. Türen und Schubladen: Zum Schluss werden die Scharniere eingeklickt oder verschraubt und über die Einstellschrauben so justiert, dass das Fugenbild gleichmäßig ist.

Reinigung und Pflege der Oberfläche

Möbel mit einer Melaminharzbeschichtung sind äußerst pflegeleicht. Staub lässt sich einfach trocken abwischen. Bei leichten Verschmutzungen reicht ein nebelfeuchtes Tuch mit etwas warmem Wasser und einem Tropfen mildem Spülmittel.

Verzichte unbedingt auf Scheuermilch, kratzende Schwämme oder lösungsmittelhaltige Reiniger. Diese rauen die Schutzschicht auf, wodurch Feuchtigkeit in die Spanplatte eindringen könnte, was zum Aufquellen des Materials führt. Stehendes Wasser auf der Oberfläche oder an den Kanten sollte immer sofort trocken nachgewischt werden.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange dauert der Aufbau eines Highboards? Für einen geübten Heimwerker nimmt die Montage in der Regel 1,5 bis 2 Stunden in Anspruch. Bei Modellen mit vielen Schubladen oder komplexen Dämpfungssystemen kann sich die Zeit entsprechend verlängern.

Kann man Betonoptik-Möbel streichen? Da die Oberfläche aus Kunststoff (Melamin) besteht, haftet normale Wand- oder Holzfarbe darauf nicht. Soll das Möbelstück später farblich verändert werden, muss die Oberfläche angeschliffen und mit einem speziellen Haftgrund für Kunststoffe vorbehandelt werden.

Welche Wandfarbe passt zu grauen Möbeln? Um den Raum nicht zu verdunkeln, empfehlen sich helle Wandfarben. Ein klares Weiß, sanfte Sandtöne oder Pastellfarben bilden einen guten Hintergrund. Vermeide zu viele dunkle Grautöne an der Wand, da das Möbelstück sonst optisch im Raum verschwindet.

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