Kommode für die Kinderzimmer — Maße, Lösungen, Ideen

Eine Kommode für das Kinderzimmer ist ein freistehendes Stauraummöbel, dessen Konstruktion und Maße auf die sich wandelnden Bedürfnisse vom Kleinkindalter bis zur Jugend abgestimmt sein müssen.

Wenn es um die Einrichtung des Kinderzimmers geht, steht der praktische Nutzen im Vordergrund. Kleidung, Spielzeug und Schulutensilien erfordern ein gut durchdachtes Aufbewahrungssystem. Der Selbstaufbau einer Kommode ist ein klassisches Projekt für Heimwerker, das mit der richtigen Planung der Maße, der Materialauswahl und dem passenden Werkzeug zügig gelingt. Dieser Ratgeber erklärt, worauf bei der Auswahl und Montage zu achten ist.

Maße und Raumnutzung: Die richtige Größe bestimmen

Die Dimensionierung der Kommode hängt direkt vom verfügbaren Platz und dem Grundriss des Zimmers ab. Da Kinderzimmer oft auch als Spiel- und Arbeitsfläche dienen, darf das Möbelstück die Laufwege nicht blockieren.

Tiefe der Kommode

Die Standardtiefe für Kommoden liegt meist bei rund `40 cm`. In schmalen Räumen oder direkt neben der Zimmertür ist dieser Wert oft zu groß. Hier bietet sich eine schmale Konstruktion an, die lediglich `30 cm` oder `35 cm` tief ist. Solche Modelle ragen weniger in den Raum hinein, bieten aber durch eine intelligente Aufteilung der Schubladen dennoch ausreichend Platz für flache Gegenstände wie T-Shirts, Unterwäsche oder Schulhefte.

Breite der Kommode

Die Breite definiert das Fassungsvermögen maßgeblich.

  • Kompakte Nischen: Für kleine Wandabschnitte eignen sich Modelle, die `70 cm` oder `75 cm` breit sind.
  • Der Standard: Eine Breite von `100 cm` (oder `1 m`) ist der gängige Mittelweg, der in fast jedes Zimmer passt und oft in eine Kommode Kinderzimmer integriert wird.
  • Großraumlösungen: Teilen sich Geschwister ein Zimmer oder steht eine lange, freie Wand zur Verfügung, kann eine ausladende Kommode 220 cm Breit die Funktion eines vollwertigen Kleiderschranks übernehmen, ohne den Raum optisch zu erdrücken.

Material und Sicherheit im Kinderzimmer

Ein Möbelstück für Kinder muss mechanischen Belastungen standhalten. Der Korpus besteht in der Regel aus einer Spanplatte, die mit einer Melaminbeschichtung versehen ist. Diese Kunstharzoberfläche ist kratzfest und lässt sich feucht abwischen. Für die Fronten kommt häufig MDF (Mitteldichte Holzfaserplatte) zum Einsatz, da sich dieses Material besser fräsen und lackieren lässt. Wichtig ist ein Blick auf die Kanten: Eine ABS-Kante mit einer Stärke von `1,0 mm` bis `2,0 mm` schützt das Holz vor Stößen und verhindert das Abplatzen des Dekors.

Sicherheitshinweis für den Aufbau: Jede Kommode im Kinderzimmer muss zwingend an der Wand verankert werden. Wenn Kinder Schubladen herausziehen und sich daran hochziehen, verlagert sich der Schwerpunkt nach vorne. Ohne eine Sicherung mit Dübel und Schraube im Mauerwerk besteht akute Kippgefahr.

Aufteilung: Schubladen und Fächer planen

Die Innenaufteilung entscheidet darüber, wie gut das Kind selbst Ordnung halten kann. Eine Kommode 4 Schubladen ist der Klassiker für grundlegende Kleidungssortierung. Wenn jedoch viele kleinteilige Dinge wie Bastelzeug, Legosteine oder Socken getrennt aufbewahrt werden sollen, ist eine feinere Rasterung sinnvoller.

Hier kommen Modelle wie eine Kommode 8 Schubladen oder sogar eine Kommode 10 Schubladen ins Spiel. Eine asymmetrische Aufteilung, beispielsweise als Kommode 10 Schubladen (6+4), bietet oben kleine Fächer für Stifte und Kleinigkeiten und unten breitere Auszüge für Pullover oder Hosen.

Die Technik der Auszüge

Beim Aufbau der Schubladen kommt es auf die Führungsschienen an.

  • Ein Teilauszug lässt sich zu etwa 75 % öffnen. Das reicht für einfache Kleidungskommoden meist aus.
  • Ein Vollauszug ermöglicht den Zugriff auf die gesamten 100 % der Schubladentiefe. Dies ist besonders bei tiefen Schubladen nützlich, damit Gegenstände im hinteren Bereich nicht verloren gehen.
  • Achten Sie auf Schienen mit Soft-Close. Diese Dämpfung fängt den Schwung beim Schließen ab und zieht die Schublade sanft und geräuschlos zu. Das schützt nicht nur das Material, sondern verhindert vor allem eingeklemmte Kinderfinger.

Farben und Dekore für eine lange Nutzungsdauer

Der Geschmack von Kindern ändert sich schnell. Was im Kindergartenalter gefällt, wird von Teenagern oft abgelehnt. Neutrale Farben und Holzdekore haben den Vorteil, dass sie mit dem Alter des Kindes „mitwachsen" und später problemlos als Schlafzimmer Kommode weitergenutzt werden können.

Eine Weiße Kommode fügt sich unauffällig in helle Räume ein und lässt sich gut mit farbigen Wänden kombinieren. Wer einen modernen, industriellen Look für das Jugendzimmer sucht, greift eher zu einer Graue Kommode oder einer Schwarze Kommode. Auch Holzdekore wie eine Eiche Kommode sind unempfindlich gegenüber sichtbaren Kratzern und bringen Wärme in den Raum.

Montage: Werkzeug und Ablauf für Heimwerker

Der Aufbau einer Kommode ist wie ein dreidimensionales Puzzle nach festen Regeln. Die Selbstmontage erfordert systematisches Vorgehen. Legen Sie vorab alle Bauteile und Beschläge sortiert auf den Boden und prüfen Sie die Stückliste.

Benötigtes Werkzeug:

  • Akkuschrauber (Drehmoment niedrig einstellen, um das Holz nicht zu überdrehen)
  • Passende Bits (meist PZ für Kreuzschlitz oder TX für Torx)
  • Gummihammer (für Holzdübel)
  • Wasserwaage und Zollstock

Schritte beim Aufbau:

  1. Korpus montieren: Verbinden Sie die Seitenteile mit dem Boden und den Traversen. Meist kommen hier Exzenterverbinder in Kombination mit Holzdübeln zum Einsatz.
  2. Rückwand nageln/schrauben: Die Rückwand ist das wichtigste Bauteil für die Stabilität. Erst wenn sie absolut rechtwinklig befestigt ist, steht die Kommode verwindungssteif. Messen Sie vor dem Fixieren die Diagonalen des Korpusses – sind beide exakt gleich lang (z. B. `120,5 cm`), ist der Korpus im Winkel.
  3. Schienen anbringen: Montieren Sie die Korpusschienen der Kugelführung oder Rollenführung an den markierten Bohrlochreihen der Innenwände.
  4. Schubladen zusammensetzen: Bauen Sie die Zargen, den Boden und die Front zusammen.
  5. Feinjustierung: Setzen Sie die Schubladen ein. Über die Einstellschrauben an den Beschlägen lassen sich die Fronten in der Höhe und Neigung anpassen, bis das Fugenbild gleichmäßig ist.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Tiefe sollte eine Kommode im Kinderzimmer haben? Die Standardtiefe liegt bei `40 cm`. Für enge Räume oder schmale Flure im Kinderzimmer gibt es platzsparende Modelle mit einer Tiefe von `30 cm` oder `35 cm`.

Wie verhindere ich, dass die Kommode umkippt? Jede Kommode im Kinderzimmer muss im oberen Bereich mit einem Kippschutz (Winkel und Schraube) fest mit der Wand verbunden werden. Nutzen Sie dafür Dübel, die zu Ihrem Mauerwerk (z. B. Beton oder Gipskarton) passen.

Was ist der Unterschied zwischen Rollenführung und Kugelführung bei Schubladen? Eine Rollenführung läuft auf Kunststoffrollen und ist meist als Teilauszug konzipiert. Eine Kugelführung besteht aus kugelgelagerten Teleskopschienen aus Metall, läuft ruhiger, trägt mehr Gewicht und ist häufig als Vollauszug erhältlich.

Welches Material ist am unempfindlichsten für Kinder? Eine Spanplatte mit einer Melaminbeschichtung ist äußerst kratzfest, flüssigkeitsabweisend und leicht zu reinigen.

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