Kommode vs. Sideboard vs. Highboard — welches Möbelstück bietet mehr Stauraum?
Eine Kommode fokussiert sich durch übereinanderliegende Schubladen auf vertikalen Stauraum, ein Sideboard bietet durch seine Breite viel Ablagefläche, und ein Highboard kombiniert als halbhoher Schrank beide Vorteile für maximales Volumen.
Wer Wohnraum effizient einrichten möchte, steht oft vor der Frage, welches Kastenmöbel die richtige Wahl ist. Ob im Flur, Wohnzimmer oder Schlafzimmer: Die Entscheidung zwischen Kommode, Sideboard und Highboard hängt von den Raummaßen, dem benötigten Stauraum und der Art der Gegenstände ab, die untergebracht werden sollen. Für den Heimwerker, der seine Möbel selbst montiert, bringen die verschiedenen Bauformen zudem unterschiedliche Anforderungen beim Aufbau mit sich.
Dieser Ratgeber schlüsselt die baulichen Unterschiede auf und hilft bei der Planung der Raumaufteilung.
Was ist eine Kommode?
Die klassische Kommode ist ein reines Schubladenmöbel. Sie ist darauf ausgelegt, kleinteilige Gegenstände, Kleidung oder Dokumente übersichtlich zu sortieren. Die typische Höhe liegt zwischen 70 cm und 100 cm. In der Breite sind Modelle mit 70 cm oder 75 cm sehr gängig, für größere Räume werden oft Varianten mit 100 cm Breite gewählt.
Ein entscheidender Faktor bei der Planung ist die Tiefe. Für schmale Flure oder kleine Schlafzimmer eignet sich eine Kommode, die lediglich 30 cm oder 35 cm tief ist. Hier ragen die geöffneten Schubladen nicht zu weit in den Laufweg hinein. Optisch dominieren oft klare Farben und Materialien: Eine weiße oder anthrazitfarbene Kommode Modern fügt sich dezent in die Wandgestaltung ein, während Modelle in Holzoptik oder komplett in Schwarz stärkere Akzente setzen.
Beim Selbstaufbau einer Kommode liegt der Fokus auf der exakten Montage der Schubladenschienen. Ein Vollauszug erlaubt es, die Schublade zu 100 % herauszuziehen, was gerade bei einer geringen Korpustiefe den Zugriff auf hintere Gegenstände erleichtert. Ein Teilauszug gibt den Schubkasten hingegen nur zu etwa 75 % frei. Wichtig: Eine Schiene mit integrierter Dämpfung schließt sanft – diese Mechanik ist das genaue Gegenteil eines federgeladenen Druckverschlusses für grifflose Fronten.
Was ist ein Sideboard?
Ein Sideboard ist deutlich breiter als eine Kommode und setzt primär auf Türen oder eine Kombination aus Türen und mittigen Schubladen. Die Breite beginnt meist bei 100 cm und kann in großen Wohnräumen bis zu 200 cm oder mehr betragen. Die Höhe fällt mit 70 cm bis 90 cm oft etwas geringer aus als bei der Kommode.
Durch die ausladende Breite bietet das Sideboard eine großzügige obere Ablagefläche, die häufig für Dekoration, Leuchten oder als Stellfläche für den Fernseher genutzt wird. Im Inneren unterteilen Einlegeböden den Stauraum. Diese ruhen auf Bodenträgern, die in eine vorgebohrte Lochreihe – oft im standardisierten System 32 mit 5 mm Bohrungen – gesteckt werden.
Der Aufbau erfordert durch die langen Boden- und Deckplatten etwas Platz. Bei Modellen aus massiver Spanplatte oder schwerem MDF ist eine zweite Person zum Aufrichten des Korpusses ratsam. Die Ausrichtung der Türen erfolgt über verdeckte Scharniere. Bei einem Standard-Sideboard kommt meist ein Eckanschlag zum Einsatz, bei dem die Tür im geschlossenen Zustand auf der Korpusseite aufliegt. Über die Einstellschrauben am Scharnierarm lässt sich das Fugenbild nach der Montage exakt in Höhe, Tiefe und Neigung justieren.
Was ist ein Highboard?
Das Highboard ist das Schweizer Taschenmesser unter den Kastenmöbeln. Es schließt die Lücke zwischen dem flachen Sideboard und dem raumhohen Kleiderschrank. Mit einer typischen Höhe von 110 cm bis 140 cm bietet es enorm viel Stauraum auf einer relativ kompakten Grundfläche.
Die Frontgestaltung ist beim Highboard meist asymmetrisch aufgelockert. Es kombiniert geschlossene Holztüren, Schubladen und offene Fächer oder Glasvitrinen. Aufgrund dieser Aufteilung ist es das klassische Möbelstück für das Esszimmer, um Geschirr, Gläser und Tischdecken zu verstauen. Die Glaselemente lassen sich durch eine gezielte Möbelbeleuchtung aufwerten, was dem massiven Möbelstück optische Leichtigkeit verleiht.
Beim Aufbau eines Highboards ist die Wandverankerung ein kritischer Schritt. Durch die Höhe und das Eigengewicht der Materialien – insbesondere wenn schwere Teller im oberen Bereich gelagert werden – kann der Schwerpunkt weit nach oben wandern. Ein Kippschutz mit passenden Dübeln und Schrauben ist zwingend erforderlich.
Die Unterschiede im direkten Vergleich
Um die Entscheidung für das eigene Projekt zu erleichtern, lassen sich Kommoden & Sideboards sowie Highboards anhand von drei Hauptkriterien abgrenzen:
- Abmessungen: Kommoden sind hoch und schmal. Sideboards sind flach und sehr breit. Highboards sind hoch und mittellang.
- Stauraum-Art: Die Kommode organisiert den Inhalt horizontal in Auszügen. Das Sideboard bietet breite Fachböden hinter Türen für sperrige Gegenstände. Das Highboard mischt beide Systeme und ergänzt sie oft um Präsentationsflächen.
- Raumwirkung: Ein langes Sideboard streckt einen Raum optisch in die Breite. Ein Highboard nutzt die vertikale Wandfläche, wirkt aber durch die geringere Höhe nicht so erdrückend wie eine durchgehende Schrankwand.
Für welchen Fall eignet sich welches Möbelstück?
Die Wahl des passenden Möbels wird maßgeblich durch den Grundriss und den Verwendungszweck bestimmt.
Der schmale Flur: Hier ist der Platz in der Tiefe begrenzt. Eine Kommode mit einer Tiefe von 30 cm oder 35 cm ist ideal. Sie blockiert nicht den Durchgang und bietet in den Schubladen den perfekten Ort für Schlüssel, Mützen und Handschuhe.
Das Wohnzimmer: Wenn eine moderne Wohnwand geplant wird, bildet ein Sideboard mit einer Breite von 150 cm bis 200 cm das solide Zentrum. Es verbirgt Kabel, Router und Spielekonsolen hinter geschlossenen Türen. Ist zusätzlicher Stauraum für Bücher oder Aktenordner nötig, kann ein passendes Highboard an einer angrenzenden Wand platziert werden.
Das Schlafzimmer: Um Socken, Unterwäsche und T-Shirts staubfrei und sortiert aufzubewahren, ist die Kommode mit Schubladen unersetzlich. Eine Breite von 70 cm bis 100 cm reicht meist aus, um den Inhalt eines ganzen Kleiderschranks sinnvoll zu entlasten.
Tipps für den Selbstaufbau und die Individualisierung
Unabhängig davon, für welches Möbelstück die Entscheidung fällt: Der Aufbau erfordert Sorgfalt. Ein ebener Untergrund und eine Wasserwaage sind Grundvoraussetzungen, damit sich der Korpus beim Verschrauben nicht verzieht. Ein verzogener Korpus führt unweigerlich dazu, dass Schubladen klemmen oder Spaltmaße an den Türen ungleichmäßig ausfallen.
Für die Montage der Korpusteile kommen meist Holzdübel in Kombination mit Exzenterverbindern zum Einsatz. Wer zusätzliche Verstärkungen anbringen möchte, sollte auf hochwertige Holzschrauben und Möbelschrauben achten. Ein Antrieb mit Torx bietet dabei eine deutlich bessere Kraftübertragung als ein einfacher Kreuzschlitz, ohne dass der Schraubenkopf ausfranst.
Ein Standardmöbelstück lässt sich zudem mit wenigen Handgriffen optisch aufwerten. Die mitgelieferten Kunststoffgriffe können während der Montage durch massive Möbelgriffe Modern aus Metall ersetzt werden. Auch der Stand des Möbels lässt sich verändern: Anstelle von einfachen Kunststoffgleitern heben Möbelfüße Schwarz aus pulverbeschichtetem Stahl ein Sideboard oder eine Kommode auf eine angenehme Höhe und erleichtern die Reinigung unter dem Möbelstück.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich ein Sideboard als TV-Möbel nutzen?
Ja. Aufgrund der geringen Höhe von meist 70 cm bis 80 cm befindet sich der Fernseher auf einem Sideboard auf einer angenehmen Augenhöhe, wenn man auf dem Sofa sitzt. Bei sehr breiten Modellen (ab 150 cm) sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Deckplatte in der Mitte durch eine vertikale Mittelwand oder einen zusätzlichen Stützfuß abgefangen wird, damit sie unter dem Gewicht des Fernsehers nicht durchbiegt.
Welche Tiefe sollte eine Kommode für Kleidung haben?
Für gefaltete T-Shirts, Pullover und Hosen ist eine Tiefe von 35 cm bis 40 cm optimal. Bei einer Tiefe von nur 30 cm lassen sich voluminöse Kleidungsstücke oft nur schwer hintereinanderlegen, was den Platz in der Schublade ineffizient macht. Für Socken und Unterwäsche reicht eine geringe Tiefe hingegen völlig aus.
Wie stelle ich die Türen am Highboard richtig ein?
Hängen die Türen schief, muss das Scharnier justiert werden. Die vordere Schraube am Scharnierarm reguliert die seitliche Auflage (links/rechts). Die hintere Schraube löst die Fixierung auf der Montageplatte, um die Tür in der Tiefe (Abstand zum Korpus) zu verschieben. Die vertikale Ausrichtung (oben/unten) erfolgt über die Schrauben, mit denen die Montageplatte an der Schrankwand befestigt ist.
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