Lowboard für die Kinderzimmer — Maße, Lösungen, Ideen
Ein Lowboard im Kinderzimmer ist ein bodennahes Stauraummöbel mit einer typischen Höhe von 30 cm bis 50 cm, das durch seine geringe Bauhöhe eine kindgerechte Erreichbarkeit von Spielzeug und Medien ermöglicht.
Bei der Einrichtung eines Zimmers für Kinder oder Jugendliche ändern sich die Anforderungen an den Stauraum fortlaufend. Während im Kleinkindalter Bauklötze und Bilderbücher den Raum dominieren, rücken später Spielekonsolen, Monitore und Audiogeräte in den Fokus. Ein bodentiefes Möbelstück bietet hier eine funktionale Basis. Im Gegensatz zu hohen Schränken nutzt es die Wandfläche in der Horizontalen und bewahrt eine offene Raumwirkung.
Maße und Raumplanung: Von kompakt bis raumfüllend
Die Dimensionierung des Möbels richtet sich nach dem verfügbaren Platz und dem konkreten Verwendungszweck. Die Standardtiefe liegt meist zwischen 35 cm und 45 cm. Dies reicht aus, um gängige Receiver, Konsolen oder Brettspiele unterzubringen, ohne zu weit in den Raum hineinzuragen.
Bei der Breite gibt es deutliche Abstufungen, die exakt an die Wandlänge angepasst werden müssen:
- Kompakte Räume: In kleineren Zimmern oder Nischen ist ein Lowboard 140 cm oft das Maß der Dinge. Es bietet genug Stellfläche für einen Fernseher mittlerer Größe und integriert darunter meist zwei bis drei Staufächer.
- Mittlere Wandflächen: Ein Lowboard 180cm füllt eine Standardwand gut aus und erlaubt eine Kombination aus geschlossenen Klappen und offenen Fächern für Geräte, die eine Infrarot-Verbindung benötigen.
- Große Jugendzimmer: Wenn eine komplette Wandseite als Medien- und Stauraumzentrale genutzt werden soll, kommt ein Lowboard 250 cm zum Einsatz. Diese breiten Modelle bestehen oft aus mehreren gekoppelten Korpussen und erfordern bei der Montage eine präzise Ausrichtung.
Materialien und Oberflächen für den Alltag
Ein Möbelstück im Kinderzimmer ist wie ein Stoßdämpfer auf einer Schotterpiste – es muss im Alltag mechanische Belastungen zuverlässig abfangen. Daher ist die Wahl des Trägermaterials und der Beschichtung entscheidend für die Langlebigkeit.
Die meisten Korpusse bestehen aus Spanplatte oder MDF (Mitteldichte Holzfaserplatte). Für die Oberfläche wird in der Regel Melaminharz verwendet. Diese Beschichtung macht die Platten kratzfest, flüssigkeitsabweisend und leicht zu reinigen.
Farblich dominieren neutrale Töne, da sie sich wechselnden Wandfarben und Teppichen anpassen. Ein TV Lowboard Beige oder ein Modell in hellem Grau fügt sich unaufdringlich in das Raumkonzept ein. Auch Holzdekore wie Sonoma Eiche kaschieren leichten Staub oder kleine Kratzer deutlich besser als hochglänzende, reinweiße Fronten.
Stauraum-Technik: Klappen, Auszüge und Scharniere
Die Funktionalität eines Lowboards steht und fällt mit den verbauten Beschlägen. Wer das Möbelstück selbst aufbaut, sollte die mechanischen Bauteile korrekt zuordnen und einstellen können.
- Schubladen: Hier entscheidet die Führungsschiene über den Komfort. Ein Vollauszug ermöglicht es, die Schublade zu 100 % aus dem Korpus herauszuziehen – ideal, um auch an das Spielzeug im hintersten Eck zu gelangen. Ein Teilauszug stoppt bei etwa 75 %.
- Klappen: Nach unten öffnende Fronten sind bei TV-Lowboards & TV-Bänke sehr verbreitet. Sie werden von einem Topfband am Unterboden gehalten. Damit die Klappe beim Öffnen nicht unkontrolliert herabfällt und die Scharniere ausreißt, muss zwingend eine Gasdruckfeder oder ein mechanischer Klappenhalter montiert werden. Die Haltekraft wird in Newton (N) angegeben und muss zum Gewicht der MDF-Front passen.
- Öffnungsmechanismen: Für eine grifflose Optik sorgt das Push-to-Open System (auch Tip-On genannt). Ein Druck auf die Front löst eine Feder aus, welche die Tür aufstößt. Das genaue Gegenteil ist die Soft-Close Funktion. Hier fängt ein integrierter Dämpfer im Scharnier oder in der Führungsschiene die Schwungkraft ab und zieht die Front sanft und geräuschlos zu. Beide Systeme lassen sich bautechnisch nicht in demselben Scharnier kombinieren.
Als Ergänzung zum bodennahen Stauraum werden in Kinderzimmern häufig weitere Möbel im gleichen Dekor kombiniert. Eine Kommode Kinderzimmer für Kleidung oder ein Kleiderschrank Kinderzimmer runden das Raumkonzept ab und nutzen die vertikale Raumhöhe, die das Lowboard bewusst freilässt.
Der Aufbau: Planung, Werkzeug und Wandmontage
Die Selbstmontage eines Lowboards ist für Heimwerker in der Regel problemlos machbar. Die Aufbauzeit liegt je nach Breite und Anzahl der Schubladen bei ein bis drei Stunden.
Für die Montage wird folgendes Werkzeug benötigt:
- Akkuschrauber (mit PZ2- und TX-Bits für die Beschlagmontage).
- Hand-Schraubendreher für die Feinjustierung der Scharniere.
- Wasserwaage zur geraden Ausrichtung.
- Gummihammer für das Eintreiben der Holzdübel.
Der Korpus wird meist über Exzenterverbinder (Minifix) und Holzdübel zusammengefügt. Wichtig: Die Rückwand muss zwingend rechtwinklig eingenagelt oder verschraubt werden, da sie dem gesamten Möbelstück die statische Stabilität verleiht. Ohne Rückwand würde der Korpus bei seitlicher Belastung zusammenklappen.
Stehend oder hängend?
Viele Lowboards bieten die Option zur Wandmontage (schwebende Optik). Dies erleichtert das Staubsaugen unter dem Möbelstück erheblich. Hierbei muss die Beschaffenheit der Wand zwingend geprüft werden. Eine Montage an einer massiven Ziegel- oder Betonwand ist mit Standard-Spreizdübeln unproblematisch. Handelt es sich um eine Trockenbauwand (Gipskarton), müssen spezielle Hohlraumdübel verwendet werden. Zudem muss die Traglast bedacht werden: Ein 250 cm breites Board samt schwerem Fernseher und vollen Schubladen übt eine enorme Hebelwirkung auf die Wandbefestigung aus. Im Zweifel ist die stehende Montage auf den mitgelieferten Sockelfüßen die sicherere Wahl für das Kinderzimmer.
Häufige Fragen (FAQ)
Welche Breite ist für ein Lowboard im Kinderzimmer ideal? Das hängt von der Wandfläche ab. Für Nischen und kleine Zimmer reicht eine Breite von 140 cm. Für große Wände und als zentrale Basis für Fernseher und Konsolen eignen sich Modelle ab 180 cm bis 250 cm.
Was ist der Unterschied zwischen Soft-Close und Push-to-Open? Soft-Close ist eine Dämpfung, die Türen und Schubladen auf den letzten Zentimetern abbremst und leise schließt. Push-to-Open ist ein Auswurfmechanismus für grifflose Fronten, bei dem die Tür durch leichten Druck aufspringt.
Kann ich jedes Lowboard an die Wand hängen? Nein. Das Möbelstück muss konstruktiv für die hängende Montage ausgelegt sein (verstärkte Rückwand, Schwerlastaufhänger). Zudem muss die Wand die Zuglast von Möbelstück plus Inhalt sicher tragen können. Bei Trockenbauwänden ist besondere Vorsicht geboten.
Wie reinige ich melaminbeschichtete Möbel? Ein nebelfeuchtes Tuch reicht für Staub und leichte Verschmutzungen völlig aus. Auf aggressive Scheuermittel oder raue Schwämme sollte verzichtet werden, da diese die Harzschicht aufrauen und stumpf machen können.
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