Regal 20 cm tief — für welche Nische & was passt rein?
Ein Regal mit 20 cm Tiefe ist ein spezialisiertes Möbelstück für schmale Flure, kleine Bäder oder ungenutzte Nischen, das ausreichend Stellfläche für Taschenbücher, Gewürze oder Kosmetik bietet, ohne in den Raum hineinzuragen.
In schmalen Durchgangszimmern oder verwinkelten Räumen zählt jeder Zentimeter Grundfläche. Standardmöbel mit einer Tiefe von 40 cm bis 60 cm blockieren hier oft den Laufweg oder lassen sich neben Türrahmen gar nicht erst aufstellen. Ein stark tiefengereduziertes Möbelstück wie ein Badezimmerschrank Tiefe 20 cm nutzt den vorhandenen vertikalen Raum an der Wand, bewahrt aber die volle Bewegungsfreiheit im Raum.
Was passt in ein 20 cm tiefes Regal?
Die Nutzbarkeit eines Regals wird durch das Innenmaß bestimmt. Bei einer Außentiefe von 20 cm und einer handelsüblichen Rückwand aus HDF bleiben meist etwa 18 cm nutzbare Stelltiefe übrig. Dies definiert exakt, welche Gegenstände hier gelagert werden können:
- Bücher: Standard-Taschenbücher haben eine Tiefe von rund 12 cm bis 13 cm. Sie passen problemlos hinein, ohne überzustehen. Große Bildbände oder Aktenordner (Tiefe ca. 29 cm) eignen sich hierfür nicht.
- Badezimmer-Utensilien: Kosmetikflaschen, aufgerollte Handtücher oder Toilettenpapierrollen (Durchmesser ca. 11 cm) finden ideal Platz. Für extrem beengte Gäste-WCs gibt es sogar Abstufungen bis hin zum Badschrank Tiefe 15 cm.
- Küche und Speisekammer: Gewürzdosen, Vorratsgläser oder Teepackungen lassen sich auf 20 cm Tiefe meist sogar zweireihig hintereinander anordnen.
- Schuhe: Ein regulärer Erwachsenenschuh ist deutlich länger als 20 cm. Sollen Schuhe auf dieser Tiefe gelagert werden, erfordert das Möbelstück zwingend einen Kippmechanismus, bei dem die Schuhe schräg in Klappen aufbewahrt werden.
Stabilität und Montage: So hält das schmale Regal
Ein schmales, hohes Regal verhält sich ohne Wandverankerung wie ein Baum mit flachen Wurzeln – bei einer unachtsamen Bewegung oder ungleicher Beladung droht es nach vorne zu kippen. Der Schwerpunkt liegt aufgrund der geringen Tiefe sehr weit vorne.
Die richtige Befestigung an der Wand
Je nach Konstruktion des Regals – ob offenes Hängeregal oder bodenstehendes Nischenregal – kommen unterschiedliche Beschläge zum Einsatz. Für die sichere Verankerung von Einlegeböden innerhalb des Korpus greifen Heimwerker auf klassische Regalbodenträger zurück. Diese werden meist in eine vorgebohrte Lochreihe im System 32 (Bohrungsabstand 32 mm, Lochdurchmesser meist 3 mm oder 5 mm) gesteckt.
Soll das Regal frei an der Wand schweben, erfordert dies massive Regalträger, die das Gewicht in die Wand ableiten. Bei der Montage von Konsolen oder Regalstützen & Halterungen ist die Beschaffenheit der Wand entscheidend:
- Mauerwerk/Beton: Hier reichen handelsübliche Spreizdübel (z. B. 8 mm) und passende Spanplattenschrauben.
- Trockenbau/Gipskarton: Hier sind zwingend Hohlraumdübel erforderlich, da normale Dübel aus der Gipsplatte ausreißen würden.
Benötigtes Werkzeug für den Aufbau
Für die Selbstmontage eines solchen Regals aus Spanplatte oder Massivholz benötigen Sie in der Regel:
- Akkuschrauber mit Kreuzschlitz-Bits (PZ oder PH)
- Bohrmaschine (für die Wandbefestigung)
- Wasserwaage und Zollstock
- Hammer (für das Einschlagen von Holzdübeln bei der Korpusmontage)
Alternativen: Wenn 20 cm Tiefe nicht ausreichen
Stoßen Sie bei der Planung an die Grenzen der 20-cm-Marke, weil Sie beispielsweise gefaltete T-Shirts, Handtücher oder größeres Geschirr verstauen möchten, lohnt sich der Blick auf minimal tiefere Alternativen. Bereits wenige Zentimeter mehr verändern den Einsatzzweck gravierend.
Ein Badschrank Tiefe 25 cm bietet bereits genug Platz für zusammengelegte Duschtücher. Sollen Kleidungsstücke im Flur oder Schlafzimmer gelagert werden, ist eine Kommode Tiefe 30 cm oft das absolute Minimum für gefaltete Textilien. Für Schuhschränke mit geraden Böden (ohne Kippfunktion) oder Aktenordner im Heimbüro sollten Sie mindestens auf eine Kommode Tiefe 35 cm ausweichen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie befestige ich ein 20 cm tiefes Regal unsichtbar an der Wand? Für eine schwebende Optik ohne sichtbare Winkel nutzt man sogenannte Tablarträger. Dafür werden Löcher in die Rückseite des Regalbodens gebohrt. Die Trägerstifte werden in der Wand verdübelt, und das Regal wird anschließend einfach auf die Stifte geschoben. Entsprechende Lösungen finden sich oft bei fertigen Wandregalen.
Welches Material eignet sich am besten für Badregale? Im Badezimmer herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit. Regale aus MDF oder Spanplatte müssen zwingend mit einer wasserabweisenden Melaminharzbeschichtung und sauberen, verleimten Kanten (z. B. ABS-Kanten) versehen sein. Unbehandeltes Holz quillt bei Feuchtigkeit auf.
Wie viele Einlegeböden sind bei 20 cm Tiefe sinnvoll? Da Gegenstände auf 20 cm Tiefe meist klein sind (Taschenbücher, Gewürze, Tiegel), empfiehlt sich ein geringer Abstand zwischen den Böden. Ein Abstand von 15 cm bis 25 cm ist ideal, um den vertikalen Raum optimal auszunutzen, ohne dass ungenutzte Luft über den Gegenständen entsteht.
Muss ein bodenstehendes 20 cm Regal immer an die Wand geschraubt werden? Ja. Möbelstücke, deren Höhe ein Vielfaches ihrer Tiefe beträgt, haben ein hohes Kipprisiko. Ein 20 cm tiefes und 100 cm hohes Regal muss im oberen Drittel zwingend mit einem Kippschutz (meist ein kleiner Metallwinkel) an der Wand gesichert werden, besonders wenn Kinder oder Haustiere im Haushalt leben.
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