System 32 bei Möbeln: Was bedeutet das 32-mm-Lochreihensystem?

Das System 32 ist ein international standardisiertes Konstruktionsprinzip im Möbelbau, das auf einer vertikalen Lochreihe basiert. Der Abstand zwischen den Bohrmittelpunkten beträgt dabei exakt 32 mm. Diese Industrienorm ermöglicht die universelle, millimetergenaue Montage von Möbelbeschlägen, Topfbändern, Führungsschienen und Bodenträgern innerhalb eines Schrankkorpus.

Was ist das System 32 genau?

Das System 32 fungiert wie ein universelles Koordinatensystem für den Bau von Kastenmöbeln. Es wurde in der Nachkriegszeit entwickelt, um die industrielle Möbelfertigung zu standardisieren und die maschinelle Bearbeitung von Korpusbauteilen zu vereinfachen. Anstatt für jeden Beschlag individuelle Bohrungen vorzunehmen, werden die Seitenteile eines Schranks mit einer durchgehenden oder partiellen Lochreihe versehen.

Möbelhersteller und Beschlagproduzenten stimmen ihre Produkte exakt auf dieses Raster ab. Die Befestigungspunkte von Scharniergrundplatten, Auszügen oder Hängesystemen sind so konstruiert, dass sie exakt in die vorgebohrten Löcher im Abstand von `32 mm` (oder einem Vielfachen davon, z. B. `64 mm`, `96 mm`) passen.

Maße, Normen und typische Werte

Um das System korrekt anzuwenden, müssen neben dem vertikalen Abstand weitere genaue Maße eingehalten werden:

  • Lochabstand (Rastermaß): Vertikal exakt `32 mm` von Lochmitte zu Lochmitte.
  • Bohrungsdurchmesser: Standardmäßig `5 mm`. Dieses Maß ist passgenau für Bodenträger und spezielle Befestigungsschrauben (Euroschrauben). Seltener werden `3 mm` Bohrungen als reine Markierung für Holzschrauben genutzt.
  • Frontabstand (Vorderkante): Die erste Lochreihe beginnt in der Regel exakt `37 mm` hinter der vorderen Kante der Korpusseite.
  • Rückwandabstand: Die hintere Lochreihe wird meist mit einem Abstand von `37 mm` zur Korpus-Rückwand gesetzt, abhängig von der Tiefe des verwendeten Beschlags.
  • Bohrtiefe: Bei Standard-Spanplatten mit einer Stärke von `16 mm` oder `19 mm` beträgt die Bohrtiefe (Sackloch) meist `13 mm`.

Verwendung und Vorteile im Möbelbau

Für den Schreiner und den Monteur reduziert die Lochreihe den Messaufwand erheblich. Die standardisierten Abstände garantieren, dass Bauteile waagerecht und parallel zueinander verlaufen.

Besonders bei der Installation von Schubladensystemen zeigt das Raster seine Stärke. Die Korpusschienen für einen Vollauszug oder Teilauszug verfügen über Stanzungen, die exakt auf das 32-mm-Raster genormt sind. Dadurch lassen sich die Schienen ohne aufwendiges Anzeichnen direkt mit Euroschrauben in der Seitenwand fixieren. Auch bei komplexeren Einbauten in der Küche, wie etwa mehrfachen Mülltrennsystemen oder ausziehbaren Innenschubladen, greifen die Hersteller auf die standardisierten Befestigungspunkte zurück.

Ebenso werden die Montageplatten (Kreuzmontageplatten) für ein Topfband direkt in die 5-mm-Bohrungen geschraubt. Durch das durchgehende Raster bleibt der Nutzer zudem flexibel: Einlegeböden können nachträglich in der Höhe verstellt oder zusätzliche Schubladensysteme ohne neues Werkzeug nachgerüstet werden.

Befestigungstechnik im 32-mm-Raster

Für die Montage in der 5-mm-Lochreihe kommen spezielle Schrauben zum Einsatz. Die Euroschraube besitzt einen Schaftdurchmesser, der sich passgenau in die Bohrung schneidet und so für eine extrem hohe Ausreißfestigkeit in der Spanplatte oder im MDF sorgt. Normale Spax- oder Holzschrauben (mit einem Durchmesser von z. B. `3,5 mm` oder `4 mm`) finden in den 5-mm-Löchern keinen ausreichenden Halt und dürfen hier nicht für tragende Beschläge verwendet werden.

Verwandte Begriffe

  • Lochreihe
  • Euroschraube
  • Bodenträger
  • Topfband
  • Korpus

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