Unterflurführung: Was ist das? Verdeckte Schubladenschienen erklärt
Eine Unterflurführung ist eine spezielle Schubladenschiene, die verdeckt unter dem Schubladenboden montiert wird. Dadurch bleibt die Mechanik im geöffneten Zustand unsichtbar. Sie bietet hohe Stabilität, exzellente Laufeigenschaften und wird häufig im professionellen Möbelbau eingesetzt, um die seitliche Holzoptik der Schublade nicht zu stören.
Was ist eine Unterflurführung genau?
Im Gegensatz zur seitlich montierten Kugelführung oder der klassischen Schubladenschienen Rollenführung sitzt dieses System komplett unterhalb der Lade. Die Schublade wird auf die Schienen aufgesetzt und in der Regel über vordere Rastkupplungen arretiert. Hinten greift ein Haken der Schiene in eine Bohrung in der Schubladenrückwand.
Wie ein verborgenes Fahrgestell bei einem Schienenfahrzeug trägt die Schiene die Last von unten, wodurch die seitliche Silhouette der Schublade völlig frei von Beschlagteilen bleibt. Das Gewicht ruht direkt auf dem Führungsprofil, was eine präzise Lastabtragung in den Möbelkorpus ermöglicht.
Arten und Varianten
Unterflurführungen unterscheiden sich primär in ihrer Auszugslänge und der integrierten Komforttechnik:
- Auszugslänge: Ein Schubladenschienen Vollauszug lässt sich zu 100 % aus dem Korpus herausziehen, was den vollständigen Zugriff auf den Schubladeninhalt ermöglicht. Ein Teilauszug gibt die Lade hingegen nur zu rund 75 % frei.
- Dämpfung: Schubladenschienen mit Dämpfung (auch Soft-Close genannt) bremsen die Schublade beim Schließen ab. Oft sind diese kombiniert mit Schubladenschienen mit Selbsteinzug, welche die Lade auf den letzten Zentimetern mechanisch in die geschlossene Endposition ziehen.
- Grifflose Öffnung: Für grifflose Fronten kommen Schubladenschienen Push-to-Open zum Einsatz. Durch leichten Druck auf die Front wird ein Federmechanismus ausgelöst, der die Lade auswirft. Dieser Mechanismus ist funktionell das genaue Gegenteil der Dämpfung.
Maße, Normen und typische Werte
Die Auswahl der passenden Schiene richtet sich nach der Korpustiefe und den Maßen der Schublade. Typische Nennlängen für Unterflurführungen bewegen sich im Bereich von 250 mm - 750 mm. Gängige Standardmaße im Möbelbau sind beispielsweise Schubladenschienen 300 mm, Schubladenschienen 400 mm oder Schubladenschienen 500 mm.
Für die Montage einer Unterflurführung muss die Holzschublade spezifisch konstruiert sein:
- Bodenrücksprung: Der Schubladenboden muss gegenüber den Seitenwänden nach oben versetzt sein (meist 12 mm - 15 mm), um Platz für die Schiene zu schaffen.
- Zargendicke: Die Materialstärke der Schubladenseiten (Zargen) ist limitiert, da die Schiene den Raum zwischen Korpusinnenwand und Schubladenbodenunterkante nutzt. Gängige Systeme erfordern eine maximale Zargendicke von 16 mm.
- Tragkraft: Standardführungen sind meist für 25 kg - 30 kg ausgelegt. Für breite oder tiefere Auszüge werden Schubladenschienen Schwerlast mit einer Tragkraft von 40 kg oder mehr eingesetzt.
Verwendung und Auswahl
Die Unterflurführung ist der Standard im gehobenen Innenausbau. Sie wird bevorzugt bei Massivholzschubladen eingesetzt, bei denen sichtbare Fingerzinken oder Schwalbenschwanzverbindungen an den Schubladenseiten als Designelement wirken sollen. Bei der Planung muss die Nennlänge der Schiene exakt auf die lichte Korpustiefe sowie die Außenlänge der Schublade abgestimmt werden. Die Korpusbohrungen erfolgen in der Regel im System 32.
Verwandte Begriffe
- Rastkupplung
- Kugelführung
- Vollauszug
- Zargendicke
- System 32
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Alle technischen Ausführungen und Längen dieses Führungstyps finden Sie in der Kategorie Unterflurführungen Schubladenschienen.
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