Garderobe für die Wohnzimmer — Maße, Lösungen, Ideen
Eine Garderobe im Wohnzimmer kombiniert den Stauraum für Jacken und Schuhe mit der Optik klassischer Wohnzimmermöbel, was besonders in offenen Grundrissen ohne separaten Flur erforderlich ist.
Wenn die Haustür direkt in den Wohnbereich führt, stehen Heimwerker vor einer planerischen Herausforderung. Ein klassischer Flurschrank wirkt neben dem Sofa oft deplatziert, während herkömmliche Wohnzimmermöbel nicht auf nasse Mäntel oder schmutzige Schuhe ausgelegt sind. Die Lösung ist ein durchdachter Möbelaufbau, der beide Welten vereint. Die Integration einer solchen Garderobe in den Wohnbereich ähnelt einem architektonischen Tetris-Spiel – jeder Zentimeter muss exakt berechnet werden, um Funktionalität und eine ruhige Raumwirkung nahtlos zu verbinden.
Dieser Ratgeber erklärt, auf welche Maße es beim Selbstaufbau ankommt, wie sich Garderobenelemente in die Wohnzimmerwand integrieren lassen und welches Werkzeug für die Montage benötigt wird.
Maße und Raumplanung: Der richtige Platz für Jacken und Co.
Der wichtigste Faktor bei der Planung eines kombinierten Schrankes ist die Korpustiefe. Ein regulärer Kleiderschrank misst in der Regel 60 cm in der Tiefe, damit Kleiderbügel an einer herkömmlichen Kleiderstange gerade hängen können. Im Wohnzimmer wirkt diese Tiefe jedoch oft zu wuchtig, besonders wenn der Schrank direkt an ein schmaleres TV-Möbel anschließt.
Ein Garderobenschrank, der 50 cm tief ist, stellt hier einen idealen Kompromiss dar. Bei dieser Tiefe lassen sich Jacken und Hemden auf leicht schräg gestellten Bügeln oder an einer ausziehbaren Garderobenstange unterbringen. Ist der Schrank noch flacher, beispielsweise nur 35 cm oder 40 cm, ist eine Querstange zwingend notwendig.
Für den Korpus selbst kommt meist eine melaminbeschichtete Spanplatte oder lackiertes MDF zum Einsatz. Diese Materialien sind robust und lassen sich beim Selbstaufbau gut verarbeiten. Wer den Stauraum maximieren möchte, plant den Schrank raumhoch. Die oberen Fächer, die oft schwer erreichbar sind, eignen sich perfekt für saisonale Kleidung.
Auswahlkriterien: Komponenten für den Selbstaufbau
Ein Wohnzimmerschrank Mit Viel Stauraum wird erst durch die richtigen Innenausbauten und Beschläge zur funktionalen Garderobe. Beim Aufbau sollten Heimwerker auf folgende Details achten:
- Haken und Aufhängungen: Offene Nischen im Schrank lockern die Optik auf und bieten schnellen Zugriff auf Alltagsjacken. Hier werden die Haken direkt an der Rückwand montiert. Modelle wie Garderobenhaken Aluminium passen hervorragend zu modernen, grifflosen Fronten. Achten Sie bei der Montage auf die Schraubenlänge: Bei einer 18 mm starken Rückwand dürfen die Holzschrauben maximal 15 mm lang sein.
- Scharniere für große Türen: Hohe Schranktüren benötigen stabile Scharniere. Ein hochwertiges Topfband mit einem Öffnungswinkel von 110° ist der Standard. Für Türen ab 160 cm Höhe sollten mindestens vier Scharniere pro Front eingeplant werden, um ein Durchhängen zu verhindern.
- Auszüge für Schuhe: Ein integriertes Schuhfach im unteren Bereich hält den Boden frei. Wer Schubladen baut, sollte auf einen Vollauszug setzen. So lässt sich die Schublade zu 100 % herausziehen, und auch die hintersten Schuhe sind bequem erreichbar.
- Klappenbeschläge: Werden über der Garderobennische Hängeschränke für Mützen und Schals montiert, öffnen diese meist nach oben. Da solche Fronten aus MDF schwer sein können, erleichtern Gasdruckdämpfer für Schwere Klappen das Öffnen und halten die Tür sicher oben. Die Kraft dieser Dämpfer wird in Newton angegeben und muss passend zum Klappengewicht gewählt werden.
Smarte Lösungen und Ideen für den Wohnbereich
Damit der Garderobenschrank nicht wie ein Fremdkörper wirkt, sollte er optisch mit der restlichen Einrichtung verschmelzen. Eine bewährte Methode ist die durchgehende Materialnutzung. Wenn das Dekor der Garderobe – beispielsweise eine Betonoptik oder eine warme Eichen-Nachbildung – exakt dem der Wohnwand entspricht, entsteht ein ruhiges Raumbild.
Fließende Übergänge zum TV-Bereich
Eine beliebte Lösung für offene Wohnungen ist die fließende Wohnwand. Auf der Seite der Wohnungstür beginnt das Möbelstück als hoher, geschlossener Schrank für Mäntel. Zur Raummitte hin stuft sich die Konstruktion ab und geht nahtlos in ein Lowboard Für TV über. So wird die Wandfläche optimal ausgenutzt, ohne den Raum zu erdrücken.
Integration von Vitrinen und offenen Regalen
Um die massive Front eines geschlossenen Schrankes aufzubrechen, können Vitrinenelemente oder offene Regalböden integriert werden. Ein Schrankbereich mit Glastür und indirekter Beleuchtung lenkt den Fokus auf Dekoration oder Bücher und rückt die Funktion als Garderobe in den Hintergrund.
Kommoden als Ergänzung
Reicht der Platz für einen hohen Schrank nicht aus, kann eine Kombination aus niedrigeren Möbeln sinnvoll sein. Eine geräumige Wohnzimmer Kommode kann problemlos als Schuhschrank umfunktioniert werden. Ergänzt man das Ensemble um ein darüber liegendes Wandpaneel mit Haken, entsteht eine kompakte Garderobe. Für zusätzlichen Stauraum für gefaltete Kleidung oder Accessoires lassen sich weitere Wohnzimmerkommoden im gleichen Design im Raum platzieren. Ist die Wohnung sehr klein und das Wohnzimmer dient gleichzeitig als Schlafraum, kann auch ein Kleiderschrank Für 2 Personen so konfiguriert werden, dass ein Abteil als Flurgarderobe für Gäste dient.
Benötigtes Werkzeug für die Montage
Der Selbstaufbau von Wohnzimmerschränken erfordert Präzision. Steht der Korpus nicht absolut im Lot, lassen sich die Türen später nicht korrekt einstellen. Folgendes Werkzeug sollte bereitliegen:
- Akkuschrauber: Mit passenden Bits. Bei Möbelbeschlägen kommen meist PZ (Pozidriv) oder TX (Torx) zum Einsatz.
- Wasserwaage: Zwingend erforderlich, um den Korpus waagerecht auszurichten. Bei unebenen Böden helfen höhenverstellbare Sockelfüße.
- Zollstock und Winkel: Für das exakte Anzeichnen von Bohrlöchern, etwa für zusätzliche Garderobenhaken.
- Bohrmaschine: Hohe und schmale Schränke müssen zwingend mit Dübeln und Schrauben an der Wand gegen Kippen gesichert werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie tief sollte ein Garderobenschrank im Wohnzimmer sein?
Für das gerade Aufhängen von Kleiderbügeln an einer Längsstange sind 60 cm Tiefe optimal. Um im Wohnbereich Platz zu sparen, wird oft eine Tiefe von 50 cm gewählt. Hier hängen breite Jacken leicht schräg, passen aber bei geschlossener Tür problemlos in den Korpus. Bei Tiefen unter 45 cm muss eine ausziehbare Querstange montiert werden.
Welches Material eignet sich für den Selbstaufbau?
Für den Korpus ist eine Spanplatte mit Melaminharzbeschichtung die gängigste Wahl. Sie ist formstabil, kratzfest und lässt sich gut bohren. Für die Fronten wird häufig MDF verwendet, da sich dieses Material besser lackieren oder mit hochwertigen Folien beschichten lässt.
Wie richte ich die Schranktüren nach dem Aufbau richtig aus?
Die Ausrichtung erfolgt über die Justierschrauben am Topfband. Mit der vorderen Schraube auf dem Scharnierarm lässt sich die Tür nach links und rechts verschieben (Fugenbild). Die hintere Schraube reguliert die Tiefe, also den Abstand der Tür zum Korpus. Die Höhenverstellung erfolgt meist über die Kreuzmontageplatte am Schrankinneren.
Wie befestige ich Haken sicher an der Möbelrückwand?
Standard-Rückwände aus 3 mm starkem HDF sind zu dünn, um Haken zu tragen. Wenn Sie eine offene Garderobennische planen, muss die Rückwand in diesem Bereich aus einer massiven Trägerplatte (mindestens 16 mm stark) bestehen. Die Haken werden dann mit passenden Holzschrauben direkt in die Platte geschraubt.
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