Bodenträger-Arten: Steckzapfen, Fachbodenträger & Glasbodenträger
Ein Bodenträger (auch Fachbodenträger) ist ein mechanisches Beschlagteil, das in die vorgebohrten Seitenwände eines Möbelstücks eingesetzt wird, um Einlegeböden waagerecht und stabil zu positionieren. Je nach Material des Bodens und der gewünschten Tragkraft kommen unterschiedliche Varianten wie Steckzapfen, Löffelbodenträger oder spezielle Glasbodenträger zum Einsatz.
Was sind Bodenträger genau?
Technisch betrachtet sind Bodenträger kleine Auflager, die das Gewicht eines Einlegebodens samt der darauf befindlichen Last aufnehmen und in die vertikalen Seitenwände des Möbelkorpus ableiten. Sie wirken dabei wie winzige Stahlträger in der Schrankwand, die hohe Scherkräfte aushalten müssen. Die Montage erfolgt in der Regel werkzeuglos durch einfaches Einstecken in vorgefertigte Bohrungen. Der Einlegeboden wird anschließend entweder lose aufgelegt, aufgesteckt oder festgeklemmt.
Ein präziser Sitz im Bohrloch ist essenziell, da zu viel Spielraum die Tragfähigkeit des Beschlags drastisch reduziert und zum Ausreißen der Spanplatte führen kann.
Arten und Varianten
Die Konstruktion des Trägers richtet sich nach dem Material des Einlegebodens und den statischen Anforderungen des Möbelstücks.
- Steckzapfen (Zylinderstift): Die simpelste Form. Ein durchgehender Stift aus Metall oder Kunststoff, der zur Hälfte im Holz steckt und zur Hälfte herausragt. Der Boden liegt direkt auf dem runden Stift auf.
- Löffelbodenträger: Diese klassischen Bodenträger besitzen einen zylindrischen Zapfen für das Bohrloch und eine abgeflachte, löffelartige Auflagefläche. Dies vergrößert die Kontaktfläche zum Holzboden und verhindert Druckstellen im Material.
- Glasbodenträger: Da Glas auf Metall rutschen und zerkratzen würde, verfügen Glasbodenträger über weiche Auflagen aus Gummi oder Kunststoff. Oft sind sie mit einer kleinen Nut oder einem Saugnapf versehen, um die Glasplatte gegen Verrutschen zu sichern.
- Sicherungsbodenträger / Klemmbodenträger: Diese Variante fixiert den Einlegeboden zusätzlich von oben. Der Boden rastet in den Beschlag ein. Dies verhindert ein unbeabsichtigtes Anheben oder Kippen des Bodens, was besonders bei schweren Lasten oder beim Transport des Möbels wichtig ist.
- Winkelbodenträger: Sie umgreifen die Kante des Einlegebodens in einem 90-Grad-Winkel. Häufig werden sie von unten mit dem Holzboden verschraubt, um dem Korpus zusätzliche statische Stabilität zu verleihen.
Maße, Normen und typische Werte
Im modernen Möbelbau sind die Maße für Beschläge stark standardisiert, um Kompatibilität zu gewährleisten.
- Bohrloch-Durchmesser: Die beiden absoluten Industriestandards für den Zapfen-Durchmesser sind 3 mm und 5 mm. Seltener kommen 7 mm vor.
- Bohrlochtiefe: Der in die Wand ragende Zapfen ist meist zwischen 7 mm - 10 mm lang. Die Bohrung im Korpus muss entsprechend tief sein (typischerweise 8 mm bis 12 mm bei einer 16 mm oder 19 mm starken Spanplatte).
- System 32: Die meisten industriell gefertigten Schränke nutzen die sogenannte Reihenlochung. Hierbei haben die Bohrlöcher für die Träger einen vertikalen Abstand von exakt 32 mm zueinander.
- Tragkraft: Ein Set aus vier massiven Metall-Bodenträgern (5 mm) in einer dichten Spanplatte kann typischerweise Belastungen von 15 kg - 40 kg aufnehmen. Kunststoffträger weisen eine deutlich geringere Traglast auf.
Verwendung und Auswahl
Die Wahl des richtigen Beschlags beginnt mit dem Nachmessen der vorhandenen Bohrungen im Schrank (3 mm oder 5 mm). Für leichte Fachböden in Kleiderschränken genügen einfache Kunststoff-Steckzapfen. Sobald schwere Lasten wie Bücher oder Werkzeug getragen werden müssen, sind massive Regalbodenträger aus vernickeltem Stahl oder Zinkdruckguss zwingend erforderlich.
Soll ein Glasboden in einer Vitrine installiert werden, dürfen ausschließlich weich gelagerte Träger verwendet werden, um Spannungsrisse im Glas zu vermeiden. Wenn der Schrank freisteht und Erschütterungen ausgesetzt ist (beispielsweise in einem Wohnwagen), sind Klemmbodenträger die technisch sicherste Lösung.
Verwandte Begriffe
- System 32: Internationaler Standard im Möbelbau für den Abstand von Bohrlöchern (32 mm).
- Reihenlochung: Die vertikale Linie an vorgebohrten Löchern in der Schrankinnenseite zur flexiblen Positionierung von Einlegeböden.
- Einlegeboden: Der horizontale Fachboden (aus Holz, Glas oder Metall), der auf den Trägern ruht.
- Möbelverbinder: Übergeordneter Begriff für Beschläge, die Möbelteile miteinander fixieren (z. B. Exzenterverbinder).
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