Bodenträger für Regale: Zapfenmaß (3mm vs. 5mm) und Traglast
Ein Bodenträger ist ein Verbindungsbeschlag, der in die vorgebohrte Lochreihe einer Schrankseite gesteckt wird, um Einlegeböden zu stützen. Das standardisierte Zapfenmaß beträgt im Möbelbau meist 3 mm oder 5 mm, während die Traglast von der Materialbeschaffenheit des Trägers, der Tiefe des Bodens und der Anzahl der Auflagepunkte abhängt.
Was ist ein Bodenträger genau?
In der Möbelkonstruktion dient der Fachbodenträger der vertikalen Lastabtragung. Er leitet das Gewicht des Bodens sowie der darauf liegenden Gegenstände in den Korpus des Möbels ab. Die Funktionsweise ist simpel, erfordert jedoch mechanische Präzision: Der Träger besteht aus einem Zapfen, der formschlüssig in die Korpuswand greift, und einer Auflagefläche, auf der der Fachboden ruht. Wie ein tragender Ankerpunkt in einer Kletterwand muss der Zapfen exakt in der Bohrung sitzen, um ein Ausbrechen unter Belastung zu verhindern.
Je nach Konstruktion des Möbels finden sich diese Beschläge in nahezu jedem Schranktyp, vom Küchenoberschrank bis zum massiven Kleiderschrank Für 2 Personen.
Das Zapfenmaß: 3 mm oder 5 mm?
Die Bohrung in der Schrankwand definiert das benötigte Zapfenmaß. In der industriellen Möbelfertigung und im Schreinerhandwerk haben sich zwei Standards etabliert:
- 5 mm Zapfenmaß: Dies ist das absolute Branchenmaß, basierend auf dem genormten System 32. Bei diesem System haben die Bohrungen der Lochreihe einen Abstand von exakt 32 mm zueinander und einen Durchmesser von 5 mm. Ein 5 mm starker Stahlzapfen bietet eine hohe Scherkraftresistenz.
- 3 mm Zapfenmaß: Diese filigranere Variante wird bei Möbeln eingesetzt, bei denen die ungenutzten Bohrungen der Lochreihe optisch weniger auffallen sollen. Die geringere Materialstärke des Zapfens bedingt jedoch eine reduzierte Scherfestigkeit.
Arten und Varianten von Bodenträgern
Die Wahl des passenden Trägers hängt vom Material des Einlegebodens und der geforderten Fixierung ab. Innerhalb der Kategorie der Bodenträger unterscheidet man folgende Grundtypen:
- L-Bodenträger (Winkelbodenträger): Der Einlegeboden liegt auf einem flachen Winkel auf. Oft verfügt dieser Regalbodenträger über ein zusätzliches Loch, um den Holzboden von unten mit einer Spanplattenschraube (meist 3 mm Durchmesser) zu fixieren. Dies verhindert ein Verrutschen des Bodens.
- Zylindrische Bodenträger (Steckzapfen): Ein einfacher, durchgehender Zylinder aus Metall oder Kunststoff. Der Boden liegt direkt auf der Rundung auf. Eine Variante ist der Löffelbodenträger mit einer abgeflachten Auflage.
- Glasbodenträger: Da Glasböden bei direktem Kontakt mit Metall zerkratzen oder splittern können, verfügen Glasbodenträger über eine weiche Auflage aus Kunststoff oder Gummi. Einige Modelle klemmen die Glasscheibe zusätzlich ein, um ein Kippen zu verhindern.
Traglast und Materialwahl
Die zulässige Traglast wird in der Regel pro Boden (bei Verwendung von vier Trägern) angegeben. Typische Werte für Standard-Einlegeböden in Schränken liegen zwischen 15 kg und 50 kg.
Die tatsächliche Belastbarkeit hängt von drei Faktoren ab:
- Material des Trägers: Modelle aus Stahl oder massivem Zinkdruckguss tragen deutlich mehr Gewicht als reine Kunststoffausführungen.
- Beschaffenheit der Korpuswand: Bei einer weichen Spanplatte gibt im Zweifelsfall nicht der Stahlzapfen nach, sondern das Bohrloch reißt aus.
- Hebelwirkung: Je tiefer der Schrank, desto stärker wirkt die Hebelkraft auf die vorderen Träger.
Für Konstruktionen, die extrem hohe Lasten aufnehmen müssen, reichen einfache Steckzapfen oft nicht aus. Hier wird auf fest verschraubte Regalträger an der Wand oder auf komplette Wandregale mit Schwerlastkonsolen zurückgegriffen.
Montage und Bohrlochtiefe
Für eine sichere Montage muss die Bohrtiefe der Lochreihe auf die Länge des Zapfens abgestimmt sein. Ein Standardzapfen hat meist eine Länge von 7 mm - 9 mm. Die Bohrung sollte daher mindestens 8 mm - 10 mm tief sein, damit der Beschlag bündig an der Schrankwand anliegt. Sitzt der Träger nicht komplett im Loch, entsteht eine Hebelwirkung, die das Bohrloch weitet.
Auch bei niedrigen Möbeln, wie einem Sideboard Für Fernseher, ist auf einen festen Sitz der Einlegeböden zu achten, insbesondere wenn schwere elektronische Geräte auf den Fachböden platziert werden.
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