Faktum vs. Metod Küchen: Lochbild-Unterschiede & passende Ersatz-Scharniere (kompatibel mit IKEA)
Der Hauptunterschied zwischen den Küchensystemen Faktum und Metod liegt im Lochbild der Korpusse. Während das neuere Metod-System auf dem genormten System 32 mit einem vertikalen Lochabstand von 32 mm und 37 mm Randabstand basiert, weicht das ältere Faktum-System bei der Positionierung der Kreuzmontageplatten davon ab. Für beide Systeme gibt es kompatible Ersatz-Scharniere mit einem standardisierten Topfdurchmesser von 35 mm.
Was ist der technische Unterschied zwischen Faktum und Metod?
Beim Austausch von Beschlägen in bestehenden Küchenkorpussen ist die Kenntnis des zugrundeliegenden Rasters entscheidend. Das bis etwa 2014 produzierte Faktum-System nutzt ein spezifisches Bohrbild für die Befestigung der Scharnierplatten an der Korpusinnenseite. Das Nachfolgesystem Metod hingegen wurde konsequent auf das in der Möbelindustrie etablierte System 32 umgestellt.
Das genormte Rastermaß fungiert wie das millimetergenaue Koordinatensystem einer CNC-Fräse – jeder Beschlag, vom Scharnier bis zur Schubladenschiene, hat seinen fest definierten Platz im Abstand von 32 mm zueinander. Dieser Wechsel bedeutet für den Monteur, dass Original-Faktum-Scharniere nicht ohne Weiteres in Metod-Korpusse passen und umgekehrt, da die Bohrungen für die Montageplatten in der Höhe differieren.
Lochbilder und Maße im Detail
Unabhängig vom Korpussystem bleibt die Bearbeitung der Möbelfront meist identisch. Das eigentliche Topfband erfordert in der Regel eine Topfbohrung mit einem Durchmesser von 35 mm und einer Tiefe von etwa 11,5 mm bis 13 mm.
Die Unterschiede manifestieren sich an der Korpuswand:
- Metod (System 32): Der Abstand der Bohrungen von der vorderen Kante beträgt exakt 37 mm. Der vertikale Abstand der Befestigungslöcher für die Montageplatte liegt bei 32 mm.
- Faktum: Der Randabstand beträgt ebenfalls häufig 37 mm, jedoch weicht die vertikale Platzierung der Lochreihen vom Standard ab.
Wenn Ersatzteile für das ältere Faktum-System montiert werden, müssen oft neue Löcher gebohrt werden. Hierbei kommen Spanplattenschrauben (typischerweise mit PZ- oder TX-Antrieb und einem Durchmesser von 3,5 mm oder 4 mm) zum Einsatz, falls die vorhandenen 5-mm-Bohrungen für Euroschrauben nicht mit der neuen Platte fluchten. Eine passgenaue Bohrschablone stellt sicher, dass der Winkel und der Randabstand beim Neubohren exakt eingehalten werden.
Passende Ersatz-Scharniere und Kompatibilität
Für die Instandsetzung oder das Upgrade beider Küchengenerationen greift der Fachmann auf reguläre Topfbänder / Schrankscharniere zurück. Entscheidend für die Auswahl ist die Anschlagart:
- Eckanschlag: Die Tür liegt komplett auf der Korpusseite auf. Dies ist der Standardfall bei einzeln stehenden Schränken.
- Mittelanschlag: Zwei Türen teilen sich eine Korpusmittelseite (halb aufliegend).
- Innenanschlag: Die Tür schlägt bündig innerhalb der Korpusseiten ein.
Für Standardtüren in der Küche wird meist ein Öffnungswinkel von 110° gewählt. Entsprechende Topfbänder / Schrankscharniere 110 Grad decken den alltäglichen Bedarf ab. Bei Schränken mit innenliegenden Auszügen (z. B. Vorratsschränke) ist ein größerer Winkel erforderlich, damit die Schubladen beim Herausziehen nicht an der Tür schleifen. Hier kommen Topfbänder / Schrankscharniere 155 Grad zum Einsatz.
Um den Bedienkomfort älterer Küchen zu erhöhen, lassen sich die Fronten mit modernen Dämpfungsmechanismen nachrüsten. Kompatible Topfbänder / Schrankscharniere mit Dämpfung (Soft Close) fangen die Schließbewegung hydraulisch ab und verhindern ein hartes Aufschlagen der Tür.
Schubladen und Auszüge bei Faktum und Metod
Neben den Scharnieren unterscheiden sich auch die Führungen der Schubladen. Faktum nutzte andere Zargensysteme und Schienenlängen als Metod. Wenn Küchenschrank Auszüge ausgetauscht werden müssen, ist die lichte Korpustiefe das entscheidende Maß. Typische Schienenlängen für Küchenunterschränke bewegen sich im Bereich von 450 mm - 500 mm.
Beim Upgrade auf neue Schubladensysteme empfiehlt sich der Einsatz von Schienen mit Vollauszug. Im Gegensatz zum Teilauszug lassen sich Schubladenschienen Vollauszug zu 100 % aus dem Korpus herausziehen, was den Zugriff auf den gesamten Inhalt bis zur Rückwand ermöglicht. Auch hier gilt: Stimmt das Lochbild des alten Faktum-Schranks nicht mit den Befestigungspunkten der neuen Korpusschiene überein, müssen die Schienen mit Holzschrauben (Ø 3,5 mm oder 4 mm) neu eingemessen und verschraubt werden.
Verwandte Begriffe
- System 32
- Topfband
- Kreuzmontageplatte
- Euroschraube
- Vollauszug
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