Kabeldurchlass / Kabeldurchführung: Standardmaße (60mm, 80mm) & Fräsung

Ein Kabeldurchlass, auch Kabeldurchführung genannt, ist ein Möbelbeschlag zur geordneten Führung von Kabeln durch Tischplatten oder Schrankrückwände. Er schützt die Kabelisolierung vor scharfen Holzkanten, verhindert ein Verrutschen der Leitungen und sorgt für eine strukturierte Arbeitsfläche. Die gängigsten Bohrmaße im Möbelbau betragen 60 mm und 80 mm.

Was ist eine Kabeldurchführung genau?

Eine Kabeldurchführung für Schreibtisch besteht konstruktiv in der Regel aus zwei Hauptkomponenten: einem Einbauring (Rahmen), der in die gefräste oder gebohrte Öffnung der Tischplatte gepresst wird, und einem abnehmbaren Deckel.

Der Deckel verfügt über eine arretierbare Aussparung, die häufig mit einer Bürstendichtung ausgestattet ist. Diese Bürste fixiert die durchgeführten Kabelstränge mechanisch. Der Durchlass funktioniert dabei wie ein Nadelöhr für die Medientechnik – er bündelt das lose Kabelgewirr unter dem Tisch zu einem geordneten Strang auf der Platte und verhindert gleichzeitig, dass schwere Steckdosenleisten oder Netzteile die Kabel nach unten ziehen.

Formen, Materialien und Oberflächen

Die Wahl des passenden Beschlags richtet sich nach dem Plattenmaterial und den Anforderungen an die Flächenbündigkeit.

Maße und Normen im Möbelbau

Im europäischen Möbelbau haben sich bei den runden Modellen zwei Standarddurchmesser etabliert, die sich auf das Bohrmaß (Einbaumaß) beziehen:

  • 60 mm: Die Schreibtischkabeldurchführung 60mm ist das Standardmaß für klassische Arbeitsplätze. Der Durchmesser reicht aus, um die Kabel von ein bis zwei Monitoren, Peripheriegeräten sowie einen handelsüblichen Schuko-Stecker bei abgenommenem Deckel hindurchzuführen.
  • 80 mm: Die Schreibtischkabeldurchführung 80mm wird bei Arbeitsplätzen mit hohem Kabelaufkommen installiert. Hier passen auch dicke Kaltgerätestecker, komplexe Kabelbäume von Dockingstationen oder breite DVI/VGA-Stecker problemlos durch die Öffnung.

Montage und Fräsung

Die Montage erfordert präzises Werkzeug, um Ausrisse in der Beschichtung zu vermeiden.

Benötigtes Werkzeug:

  • Bohrmaschine oder Akkuschrauber
  • Lochsäge (Bohrkrone) oder Forstnerbohrer (Ø exakt passend zum Nennmaß des Durchlasses, z. B. 60 mm)
  • Schleifpapier (Körnung 120)
  • Zollstock und Winkel

Arbeitsschritte:

  1. Positionierung: Den Mittelpunkt der Bohrung auf der Tischplatte markieren. Es empfiehlt sich ein Abstand von 50 mm - 80 mm zur hinteren Tischkante. Vor dem Bohren muss zwingend geprüft werden, ob die Traverse des Tischgestells unterhalb der Platte im Weg ist.
  2. Bohrung: Mit der Lochsäge exakt senkrecht bohren. Um ein Ausreißen der unteren Melaminbeschichtung zu verhindern, wird zunächst von oben gebohrt, bis der Zentrierbohrer auf der Unterseite durchstößt. Anschließend wird die Tischplatte gewendet und die Bohrung von der Gegenseite vollendet.
  3. Kantenbearbeitung: Die scharfe Schnittkante im Holzkern leicht anschleifen.
  4. Einpressen: Den äußeren Ring des Kabeldurchlasses mit leichtem Druck bündig einsetzen. Bei leichten Fertigungstoleranzen der Lochsäge kann der Ring mit etwas Montagekleber im Holz fixiert werden.

Verwandte Begriffe

  • Kabelwanne
  • Kabelkanal
  • Forstnerbohrer

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