Möbelgriffe 96 mm

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Möbelgriffe 96 mm bezeichnen präzise genormte Beschlagkomponenten, deren beide Gewindebohrungen einen exakten Achsabstand von 96 mm aufweisen. Im Möbelbau und Innenausbau gelten Möbelgriffe 96 mm Lochabstand als etablierter Standard, da dieses Maß exakt drei Rasterschritten des industriellen 32-mm-Lochrasters entspricht (3 x 32 mm = 96 mm). Dieser enge Bezug zum System 32 gewährleistet Tischlern, Schreinern und Monteuren eine maximale Maßhaltigkeit beim Anschlagen an Fronten aus Spanplatte, MDF oder Massivholz sowie eine unkomplizierte Nachrüstung bei bestehenden Korpusmöbeln.

Konstruktive Bedeutung des 96-mm-Rasters

Das Rastermaß von 96 mm stellt das Bindeglied zwischen kompakten Knopfgriffen und weit ausladenden Relingsystemen dar. In der modernen Möbelkonstruktion fungiert das System 32 wie ein unsichtbares Koordinatensystem, an dem sich Bohrlehren, Beschläge und Scharniere millimetergenau orientieren. Wenn Sie Schrankgriffe 96 mm Lochabstand einsetzen, nutzen Sie einen Lochabstand, der sich harmonisch in standardisierte Korpusgeometrien einfügt.

Für die Werkstattpraxis und Serienfertigung bringt das feste Raster klare Vorzüge mit sich:

  • Fehlerfreie Serienbohrung: Mehrspindlige Bohrbalken und Standard-Bohrlehren sind ab Werk auf 32-mm-Schritte eingerichtet, wodurch 96 mm ohne manuelle Sonderjustierung gebohrt werden kann.
  • Optimale Kraftverteilung: Bei Schubkastenbreiten von 300 mm bis 500 mm wird der Zug punktgenau auf die Korpuskanten und Laufwagen übertragen, was in Kombination mit modernen Schubladenschienen mit dämpfung ein Verkanten des Kastens verhindert.
  • Universelle Kompatibilität: Griffe mit diesem Maß dienen als passgenauer Ersatz für Bohrungen vieler gängiger Küchen- und Wohnmöbelprogramme oder als Alternative zu Beschlägen aus dem Baumarktsegment.

Bohrabstand im Vergleich zur Gesamtlänge

Bei der technischen Planung ist die strikte Unterscheidung zwischen dem Bohrabstand (Mitte Gewinde bis Mitte Gewinde) und den tatsächlichen Außenmaßen des Griffkörpers essenziell. Während der Bohrabstand ausnahmslos 96 mm beträgt, variiert die Gesamtlänge je nach Modell und Formgebung erheblich.

Ein kompakter Bügelgriff wie der Möbelgriff 96mm UZ02 - Chrom weist bei einem Bohrabstand von 96 mm eine Gesamtlänge von 112 mm und eine Breite von 9 mm auf. Dagegen erfordert ein Modell wie der Möbelgriff 96mm U098 - Gebürsteter Stahl durch seine ausladenden Endstücke eine Gesamtlänge von 163 mm bei 26 mm Breite und 26 mm Höhe. Beim Modell Möbelgriff 96mm UZ01 - Satin liegt die Gesamtlänge wiederum bei 132 mm bei einer Aufbauhöhe von 28 mm und 15 mm Breite.

Diese Überstände müssen bei angrenzenden Blenden, Eckschränken oder Scharnierachsen zwingend eingeplant werden, damit beim Öffnen benachbarter Türen keine Kollisionspunkte entstehen.

Materialausführung und Oberflächentechnik

Die Beanspruchung von Schrankbeschlägen variiert stark je nach Montageort. In Feuchträumen oder stark genutzten Arbeitsbereichen sind die Materialdichte und die Beschichtungsqualität entscheidend für die Langlebigkeit.

Zink-Aluminium-Druckguss (ZnAl / Zamak)

Der Großteil der formstabilen Bügel- und Bogengriffe wird aus einer hochwertigen ZnAl-Druckgusslegierung gefertigt. Dieses Material zeichnet sich durch hohe Festigkeit und präzise Konturen aus. Nach dem Gussverfahren erhalten die Rohlinge galvanische oder pulverbeschichtete Veredelungen:

Aluminium-Strangpressprofile für Kantengriffe

Für flächenbündige oder minimalistische Frontgestaltungen kommen stranggepresste Profile zum Einsatz. Die Griffleiste Kantengriff 96mm (116mm Gesamtlänge) - Schwarz sowie die Ausführung als Griffleiste Kantengriff 96mm (116mm Gesamtlänge) - Weiss bestehen aus leichtem Aluminium mit 40 mm Profilhöhe. Diese Profile werden auf die Schmalkante der Möbelfront aufgesetzt und rückseitig fixiert. Weitere Ausführungen finden sich unter Möbelgriffe Aluminium sowie bei den korrosionsbeständigen Modellen unter Möbelgriffe Edelstahl.

Typische Anwendungsbereiche nach Möbelart

Die Dimensionierung von 96 mm stellt eine ideale Balance zwischen platzsparender Montage und ergonomischer Greifbarkeit dar:

  • Küchenfronten und Hängeschränke: In der Rubrik Möbelgriffe Küche eignet sich das Maß 96 mm hervorragend für schmale Vorratsschränke oder Oberschränke, bei denen Klappenbeschläge oder abgestimmte Gasdruckdämpfer zum Einsatz kommen.
  • Badezimmermöbel und Waschtische: Bei beengten Platzverhältnissen bieten 96-mm-Griffe ausreichend Grifffläche für feuchte Hände, ohne die Fronten optisch zu überfrachten.
  • Büromöbel und Rollcontainer: Schubladenblenden mit integrierten Zylindern wie Möbelschlösser lassen sich sauber strukturieren, wenn die Zugbeschläge kompakt gehalten werden.
  • Garderoben und Schränke: Für Schranktüren im Schlafbereich, hinter denen eine Ausziehbare Kleiderstange montiert ist, bieten vertikal ausgerichtete 96-mm-Bügelgriffe eine ergonomische Handhabung.

Montagepraxis und Schraubverbindungen

Für eine dauerhaft feste Griffverbindung an Frontplatten ist die handwerkliche Sorgfalt beim Vorbohren und Verschrauben maßgebend.

Bohrdurchmesser und Bohrtechnik

Möbelgriffe mit integriertem M4-Gewinde verlangen eine Durchgangsbohrung von 4,5 mm bis 5,0 mm. Dieser geringfügige Mehrdurchmesser gegenüber der 4-mm-Gewindeschraube gleicht minimale Toleranzen beim handgeführten Anreißen aus. Zum Bohren melaminharzbeschichteter Spanplatten oder furnierter MDF-Platten empfiehlt sich ein Holzspiralbohrer mit Zentrierspitze. Das rückseitige Beilegen eines Opferholzes verhindert beim Durchdringen des Bohrers unsaubere Ausrisse an der Frontinnenseite.

Verschraubung und Gewindeparameter

Klassische Aufschraubgriffe werden rückseitig mit metrischen M4-Schrauben (beispielsweise M4 x 22 mm oder M4 x 25 mm) durch die Möbelfront fixiert. Die Schraubenlänge muss auf die Frontstärke abgestimmt sein, damit die Schraube die nutzbare Tiefe des Sacklochgewindes ausnutzt, ohne am Grund aufzusitzen.

Bei Kantengriffen erfolgt die Montage direkt über rückseitig eingedrehte Holzschrauben (etwa 3,5 x 16 mm), sodass die Sichtfläche der Möbelfront ungebohrt bleibt. Für das Fügen von Korpusbauteilen im selben Arbeitsgang kommen passende Holzschrauben und Möbelschrauben oder stabile Möbelverbinder zum Einsatz.

Verwandte Maße und Systemkomponenten

Sollten Ihre Frontmaße oder individuellen Konstruktionsanforderungen abweichende Achsmaße erfordern, bietet das Rastersystem funktionale Alternativen:

  • Möbelgriffe 32 mm – Ultrakompakte Beschläge für Ein-Punkt-nahe Verbindungen oder schmale Leisten.
  • Möbelgriffe 128 mm – Das nächstgrößere Standardmaß im 32-mm-Raster (4 Einheiten à 32 mm).
  • Möbelgriffe 160mm – Bevorzugt für breite Frontauszüge und hohe Auszugskräfte (5 Rastereinheiten).
  • Möbelgriffe 192mm – Großzügig dimensionierte Reling- und Bügelgriffe für breite Schubkästen.
  • Möbelgriffe Silber – Farbliche Ergänzungen mit eloxierten und mattierten Oberflächen.
  • Topfbänder mit Dämpfung – Perfekt abgestimmte Scharniersysteme für gedämpft schließende Schranktüren.
  • Sockelfüße verstellbar – Für die präzise Nivellierung von Unterschränken im gesamten Küchen- und Wohnbereich.

Häufig gestellte Fragen

Wie wird der Lochabstand von 96 mm an einem Möbelgriff gemessen?

Der Lochabstand (Bohrabstand BA) wird exakt von der Mitte der ersten Gewindebohrung bis zur Mitte der zweiten Gewindebohrung auf der Rückseite des Griffs gemessen. Ein Messschieber oder Stahllineal liefert das präziseste Ergebnis. Das Maß von 96 mm entspricht genau drei 32-mm-Schritten des industriellen Möbelbausystems.

Welche Schrauben benötige ich zur Befestigung von 96-mm-Möbelgriffen?

Klassische Bügel- und Steggriffe mit M4-Innengewinde werden in der Regel mit metrischen Schrauben M4 x 22 mm oder M4 x 25 mm befestigt. Die Schraubenlänge richtet sich nach der Frontstärke (meist 16 mm bis 19 mm) plus der nutzbaren Gewindetiefe im Griffsockel von 4 mm bis 6 mm.

Kann ein Möbelgriff mit 96 mm Lochabstand einen Griff mit 128 mm ersetzen?

Ein direkter Austausch ist ohne Nacharbeit nicht möglich, da die vorhandenen Bohrungen 32 mm zu weit auseinanderliegen. Um einen 96-mm-Griff zu montieren, müssen die bestehenden Bohrungen fachgerecht verschlossen und neu im 96-mm-Abstand gebohrt werden, sofern keine abdeckende Trägerplatte verwendet wird.

Welcher Bohrdurchmesser wird für die Frontbohrung empfohlen?

Für Möbelgriffe mit M4-Gewindeschrauben wird ein Durchgangsbohrer mit 4,5 mm bis 5,0 mm Durchmesser empfohlen. Dieser minimale Freiraum gegenüber dem 4-mm-Schraubenschaft ermöglicht den Ausgleich geringer Fertigungstoleranzen beim Anschlag an die Front.

Was unterscheidet Aufschraubgriffe von 96-mm-Kantengriffen?

Aufschraubgriffe werden flächig auf die Front gesetzt und von hinten durch zwei Durchgangsbohrungen mit M4-Schrauben fixiert. Kantengriffe werden auf die obere oder seitliche Frontkante aufgesetzt und von der Frontrückseite mit kurzen Holzschrauben befestigt, wodurch die Vorderseite ungebohrt bleibt.