HDF-Platten erklärt: Verwendung für Schrankrückwände & Schubladenböden
Eine HDF-Platte (Hochdichte Faserplatte) ist ein aus extrem stark gepressten Holzfasern und Kunstharzleim bestehender Holzwerkstoff. Sie zeichnet sich durch eine sehr hohe Dichte von über 800 kg/m³ aus und wird aufgrund ihrer geringen Stärke – typischerweise 2,5 mm bis 5 mm – vorwiegend als stabilisierende Schrankrückwand oder als belastbarer Schubladenboden im Möbelbau eingesetzt.
Was ist eine HDF-Platte genau?
Im Gegensatz zur MDF-Platte (Mitteldichte Faserplatte) wird die HDF-Platte unter deutlich höherem Druck und bei höheren Temperaturen gepresst. Das Resultat ist ein extrem formstabiler Holzwerkstoff mit einer geschlossenen, glatten Oberfläche. Diese dichte Struktur macht das Material widerstandsfähig gegen Durchbiegung und Ausreißen, selbst bei sehr geringen Materialstärken.
Wie das Rückgrat im menschlichen Körper verleiht die HDF-Platte als Rückwand dem Möbelstück seine grundlegende statische Stabilität. Sie dient der Aussteifung und verhindert das seitliche Wegklappen oder Verziehen des Korpusses, wenn dieser belastet wird.
Arten und Varianten
Je nach Einsatzort im Möbelstück werden unterschiedliche Oberflächenausführungen verwendet:
- Roh-HDF: Unbehandelt und beidseitig braun. Diese Variante wird oft dort eingesetzt, wo die Optik keine Rolle spielt, beispielsweise als verdeckte Trägerplatte oder bei vollflächig verleimten Bauteilen.
- Lackierte HDF: Einseitig oder beidseitig mit einem Dekorlack versehen. Die Standardfarben sind Weiß, Schwarz oder gängige Holzdekore. Dies ist der Branchenstandard für sichtbare Schrankinnenräume.
- Melaminbeschichtete HDF: Mit einer dünnen Melaminharzschicht verpresst. Diese Variante ist kratzfester und feuchtigkeitsabweisend, was sie für stark beanspruchte Schubladenböden prädestiniert.
Maße, Normen und typische Werte
Bei der Planung und Konstruktion von Möbeln gelten für HDF-Platten spezifische technische Parameter:
- Stärke: Standardmaße im Möbelbau sind 2,5 mm, 3 mm und 4 mm. Für schwerere Belastungen, etwa bei sehr breiten Schubladen, kommen auch 5 mm dicke Platten zum Einsatz.
- Dichte: Nach der Norm DIN EN 316 muss die Rohdichte einer HDF-Platte über 800 kg/m³ liegen. In der Praxis bewegen sich die Werte oft zwischen 850 kg/m³ und 900 kg/m³.
- Zuschnitt: Bei der Konstruktion von Schubladenböden muss die Nut-Tiefe der seitlichen Zargen (oft 4 mm - 6 mm) zwingend in den Zuschnittmaßen der Platte berücksichtigt werden, da der Boden sonst zu schmal ausfällt und aus der Führung rutscht.
Verwendung & Auswahl
Die Hauptanwendungen sind eingenutete oder gefalzte Rückwände für Korpusmöbel und Böden für Schubladen. Bei der Konstruktion großer Möbel, wie einem Kleiderschrank Für 2 Personen, wird die HDF-Rückwand meist genagelt, geschraubt oder in eine Nut geschoben, um dem hohen Schrank die nötige Winkelgenauigkeit im 90°-Winkel zu geben. Auch bei flacheren Möbelstücken, wie einem Sideboard Für Fernseher oder einem Lowboard Für TV, sorgt eine passgenaue HDF-Rückwand für die Tragfähigkeit des gesamten Korpusses unter der Last der Elektronik.
Werden Möbelstücke individualisiert, beispielsweise wenn man einen Schreibtisch Aus Arbeitsplatte konstruiert, dienen HDF-Platten oft als stabilisierende Trennwände in den stützenden Unterbauschränken. Bei solchen Schreibtisch-Projekten kommt zudem häufig eine Kabeldurchführung für Schreibtisch zum Einsatz, um Kabel sauber durch die massive Tischplatte zu führen. Werden mehrere Platten über Eck verbunden, greift der Monteur auf Arbeitsplattenverbinder und passendes Zubehör aus dem Bereich Arbeitsplattenbeschläge zurück.
In der Küche findet man lackierte HDF-Platten oft als Rückwand hinter einem Abtropfgestell für Wandschrank. Hier ist zwingend auf eine ausreichende Hinterlüftung oder eine quellfeste Beschichtung zu achten.
Verwandte Begriffe
- Nut: Eine längliche Einfräsung in den Korpusseiten, in welche die HDF-Platte passgenau eingeschoben wird.
- Falzrückwand: Eine Befestigungsmethode, bei der die Platte in einer stufenförmigen Ausfräsung (Falz) an der hinteren Korpuskante liegt und verschraubt wird.
- Spanplatte: Das gängigste Material für den Möbelkorpus selbst. Sie ist wesentlich dicker (meist 16 mm - 19 mm) und von geringerer Dichte als HDF.
Passende Kategorien für den Möbelbau
Wenn Sie Möbel mit HDF-Elementen konstruieren, benötigen Sie oft ergänzende Beschläge. Für die sichere Montage von Fachböden oder Glasböden im Schrankinneren eignen sich Plattenhalter. Konstruieren Sie Oberschränke mit massiven Klappen, anstatt klassischer Drehtüren, sorgen Gasdruckdämpfer für Schwere Klappen für ein kontrolliertes Öffnen. Die benötigte Kraft dieser Dämpfer wird stets in Newton angegeben und muss auf das Gewicht der Front abgestimmt sein.
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