Lochbild bei Scharnieren (z. B. 45/9,5 oder 48/6) — Fachbegriff einfach erklärt

Das Lochbild bei einem Topfband beschreibt den exakten Abstand der Befestigungsbohrungen am Scharniertopf, angegeben in Millimetern. Der erste Wert definiert die Distanz zwischen den beiden Schraubenlöchern, der zweite Wert gibt den Abstand von der Mitte der Topfbohrung zur Bohrachse der Schrauben an.

Was ist das Lochbild genau?

Beim Austausch oder der Neuinstallation von Topfbändern / Schrankscharnieren ist das Lochbild der entscheidende technische Parameter für die Kompatibilität. Wie ein mechanischer Schlüssel, der exakt ins Schloss passen muss, legt das Lochmaß fest, ob ein neues Scharnier in die vorhandenen Fräsungen einer Möbeltür eingesetzt werden kann, ohne neue Löcher bohren zu müssen.

Der Scharniertopf selbst hat bei Standardmöbeln fast immer einen Durchmesser von 35 mm. Passend dazu finden sich in der Tür eine große Fräsung sowie zwei kleinere Bohrungen für die Befestigungsschrauben. Die exakte Geometrie dieser drei Bohrungen zueinander wird als Lochbild bezeichnet.

Gängige Maße und Normen

In der Möbelindustrie haben sich im Laufe der Jahre verschiedene Standards etabliert, die je nach Hersteller variieren. Gemessen wird der Abstand idealerweise präzise mit einem Messschieber.

  • Lochbild 45/9,5 mm: Der Abstand zwischen den Befestigungsschrauben beträgt 45 mm. Die Distanz von der Mitte des 35-mm-Topfes bis zur gedachten Linie zwischen den Schraubenlöchern misst 9,5 mm.
  • Lochbild 48/6 mm: Der Schraubenabstand liegt bei 48 mm, die Distanz zur Topfmitte bei 6 mm.
  • Lochbild 52/5,5 mm: Der Schraubenabstand misst 52 mm, die Distanz zur Topfmitte beträgt 5,5 mm.

Für die Montage von Topfbändern 35 mm werden in der Regel Holzschrauben mit einem Durchmesser von 3,5 mm oder 4 mm und einem PZ-Antrieb (Pozidriv) verwendet. Alternativ gibt es werkzeuglose Befestigungen (Clip-Technik) oder vormontierte Spreizmuffen, die in 8 mm große Befestigungslöcher eingepresst werden.

Verwendung & Auswahl beim Scharniertausch

Soll ein defektes Scharnier ersetzt werden, muss das Lochbild am alten Beschlag präzise ausgemessen werden. Weicht das Maß ab, lassen sich die Schrauben nicht gerade eindrehen, was zu einem schiefen Sitz der Tür oder zum Ausreißen der Spanplatte führt.

Neben dem Lochbild muss bei der Auswahl zwingend die Anschlagart beachtet werden. Diese bestimmt, wie die Tür auf dem Korpus aufliegt:

Wer die Technik des Möbels aufwerten möchte, greift bei übereinstimmendem Lochbild direkt zu Topfbändern / Schrankscharnieren mit dämpfung (Soft Close). Der integrierte Dämpfer bremst die Tür mechanisch ab und schließt sie geräuschlos.

Verwandte Begriffe

  • System 32: Die genormte Reihenlochung im Möbelkorpus mit einem Rastermaß von 32 mm. Diese ist relevant für die Kreuzmontageplatte, auf die das Topfband im Schrankinneren montiert wird.
  • Öffnungswinkel: Gibt an, wie weit die Tür aufschwingt. Ein typischer Standardwert für normale Schränke sind Topfbänder / Schrankscharniere 110 Grad.
  • Topfbohrung: Die große Ausfräsung in der Tür, die den Scharniertopf aufnimmt.

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