Schrankgriffe

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Schrankgriffe sind mechanische Beschlagkomponenten zur manuellen Betätigung von Schranktüren, Schubladen und Klappen, die mittels metrischer Gewindeschrauben oder rückseitiger Verschraubung eine kraftschlüssige Verbindung mit der Möbelfront herstellen. Sie fungieren im täglichen Möbelgebrauch als ergonomische Schnittstelle zwischen Mensch und Schrankkorpus und übertragen die erforderlichen Zug- und Druckkräfte auf Beschläge wie Scharniere, Dämpfungssysteme oder Führungen. Bei der fachgerechten Möbelkonstruktion und beim Austausch von Beschlägen entscheiden exakte technische Parameter wie das Bohrmass, die Gewindetiefe und das Basismaterial über die dauerhafte Stabilität an Spanplatten, MDF oder Massivholzfronten.

Das Rastermass im Möbelbau: Lochabstände nach System 32

Die standardisierte Fertigung von Möbelkorpussen und Möbelfronten im europäischen Raum folgt überwiegend dem System 32. Bei diesem industriellen Fertigungsraster beträgt der Abstand zwischen den Bohrungsmittelpunkten stets ein exaktes Vielfaches von 32 mm. Wenn Sie neue Griffe für Schränke auswählen oder bestehende Schranktür-Griffe ersetzen, bildet dieser Lochabstand (Bohrabstand von Lochmitte zu Lochmitte) das fundamentale Auswahlkriterium.

Das Portfolio deckt alle relevanten Rastermasse des Möbelbaus ab, die sich für unterschiedliche Türdimensionen und Einsatzzwecke eignen:

Konstruktionsarten und Bauformen von Schrankgriffen

Je nach baulicher Anforderung, Frontüberstand und Korpusfuge kommen verschiedene Griffarten zum Einsatz, die sich in ihrer Montageart und Krafteinleitung unterscheiden.

Bügelgriffe und Stangengriffe

Klassische Bügelgriffe und Stangengriffe werden frontseitig aufgesetzt und von der Frontrückseite mit Durchgangsschrauben gesichert. Sie bieten durch ihre zwei stabilen Montagepunkte eine symmetrische Kraftverteilung. Sie eignen sich sowohl für die vertikale Ausrichtung an Drehtüren als auch für die horizontale Montage an breiten Fronten. Bei schweren Schranktüren wirkt ein lang dimensionierter Schrankgriff wie ein physikalischer Hebel, der den Öffnungswiderstand starker Scharnierfedern mühelos überwindet.

Kantengriffe und Profilgriffe (Edge-Pull)

Kantengriffe wie der LEAF Edge Pull Möbelgriff 64mm (118mm Gesamtlänge) - Perlmutt Silber werden direkt an die Kante der Möbelfront angelegt. Die Verschraubung erfolgt verdeckt von der Rückseite mit Holzschrauben (im Lieferumfang: Schrauben 3,5x16 mm), wodurch die Frontansicht frei von Durchgangsbohrungen bleibt. Bei dieser Montageart ist zu beachten, dass der Griffschenkel zwischen Tür und Korpus liegt; die maximale Front- bzw. Schubladenseitendicke für die LEAF-Serie liegt bei 19 mm.

Spezialisierte Schubladengriffe

Für rein horizontal beanspruchte Auszüge und Hängeschränke finden Sie ergänzende Konstruktionsformen in der Kategorie Schubladengriffe. Diese Beschläge sind konstruktiv auf vertikale Fingerzugkräfte und gleichmässige Lastaufnahme ausgelegt.

Materialeigenschaften und Veredelungstechniken

Schrankgriffe unterliegen durch ständigen Hautkontakt, Handschweiss und mechanische Zugkräfte kontinuierlicher Beanspruchung. Die Wahl des Basismaterials sowie der Beschichtung bestimmt Korrosionsbeständigkeit und Abriebfestigkeit:

  • ZnAl (Zink-Aluminium-Druckguss / Zamak): Dieses dichte und formstabile Material zeichnet sich durch hohe Zugfestigkeit aus. Innengewinde im Zinkdruckguss bieten exzellenten Halt gegen Ausreissen bei Zugbelastung. Modelle wie der Möbelgriff 160mm U098 - Chrom oder der Möbelgriff 160mm U096 - Chrom nutzen diesen robusten Werkstoff.
  • Galvanische Veredelungen (Chrom und Nickel): Galvanisierte Schichten erzeugen harte, feuchtigkeitsresistente Oberflächen. Glänzendes Chrom oder strukturierter gebürsteter Stahl widerstehen haushaltsüblichen Reinigungsmitteln zuverlässig.
  • Pulverbeschichtungen: Pulverbeschichtete Oberflächen, etwa bei Modellen unter Möbelgriffe Schwarz Matt, bieten eine leicht strukturierte Haptik, reduzieren die Sichtbarkeit von Fingerabdrücken und schützen das Trägermaterial wirksam vor Oxidation.

Anwendungsbereiche: Kleiderschrankgriffe und Küchenfronten

Die mechanischen Belastungen variieren stark zwischen verschiedenen Möbeltypen. Bei raumhohen Drehtüren fungieren spezifische Kleiderschrankgriffe als zentrales Bedienelement, das den Schliesskräften integrierter Federn oder Rückhaltesysteme entgegenwirkt. Werden Schränke mit internen Organisationssystemen wie einer Ausziehbare Kleiderstange kombiniert, müssen die Türgriffe eine ergonomische Handhabung auch bei häufigen Bewegungsabläufen sicherstellen.

Im Küchenbereich müssen Schranktür-Griffe fettigen Dämpfen und hoher Luftfeuchtigkeit standhalten. Hier bieten Griffe mit glatten oder galvanisierten Oberflächen den Vorteil schneller, rückstandsfreier Reinigung. Auch für Schranktüren mit integrierten Verschlussmechanismen, beispielsweise einem Möbelschlösser oder einem Schrankschloss mit Gestänge, ist ein verwindungssteifer Griff für Schranktüren unerlässlich, um Schliesswiderstände spielfrei zu überwinden.

Montageanleitung und technische Richtlinien

Eine fachgerechte Montage verhindert das Ausreissen des Plattenwerkstoffs und gewährleistet einen dauerhaft festen Sitz ohne Wackeln.

Vorbereitung der Bohrungen

Für Standard-Bügelgriffe mit metrischem M4-Innengewinde sind Durchgangsbohrungen durch die Frontplatte erforderlich:

  1. Anzeichnen: Markieren Sie die Bohrpunkte exakt nach dem vorgegebenen Bohrabstand (z. B. 96 mm, 128 mm oder 160 mm) von Lochmitte zu Lochmitte. Nutzen Sie für Serienbohrungen eine Bohrschablone.
  2. Bohrerdurchmesser wählen: Verwenden Sie für M4-Schrauben einen Holzspiralbohrer mit Zentrierspitze im Durchmesser von 4,5 mm oder 5,0 mm. Dieses minimale Übermass gewährt die erforderliche Toleranz, damit die Schrauben ohne Verspannung exakt in die Gewindebuchsen des Griffes greifen. Ein exaktes 4,0-mm-Loch führt bei geringstem Mittenversatz zum Verkanten der Gewinde.
  3. Ausrissschutz: Spannen Sie ein planes Restholz (Opferholz) fest an die Austrittsseite der Möbelfront, um das Abplatzen der Melaminharzbeschichtung oder des Furniers beim Durchbohren zu verhindern.

Schraubenlänge und Befestigung

Die meisten Schrankgriffe werden standardmässig mit M4-Gewindeschrauben geliefert (z. B. M4x25 mm). Die erforderliche Schraubenlänge errechnet sich aus der Frontstärke (typischerweise 16 mm, 18 mm oder 19 mm) zuzüglich der Einschraubtiefe im Sockel des Griffes (üblicherweise 5 mm bis 8 mm). Ist die Schraube zu lang, schlägt sie am Grund des Sacklochs an, bevor der Griff bündig anliegt. In solchen Fällen schafft die Unterlage einer Beilagscheibe oder die Verwendung passender Schrauben aus dem Bereich Holzschrauben und Möbelschrauben Abhilfe.

Ergonomische Positionierung

Bei Unterschränken empfiehlt sich die Montage im oberen Frontbereich, bei Oberschränken im unteren Viertel. An hohen Schranktüren liegt die ideale Greifhöhe im Bereich von 900 mm bis 1100 mm über dem Fertigfussboden. Werden Fronten zusätzlich über Gasdruckdämpfer oder Gasdruckdämpfer für Schwere Klappen nach oben geöffnet, muss der Schrankgriff so positioniert werden, dass er auch im voll geöffneten Zustand der Klappe erreichbar bleibt.

Kompatibilität mit bestehenden Korpussystemen

Beim Austausch von Beschlägen an vorhandenen Möbeln (beispielsweise als passgenauer Ersatz für serienmässige IKEA Schrankgriffe an Pax- oder Metod-Fronten) muss lediglich der bestehende Lochabstand geprüft werden. Da diese Korpussysteme ebenfalls dem 32-mm-Industriestandard folgen, lassen sich Möbelgriffe mit 96 mm, 128 mm oder 160 mm Bohrabstand ohne Nachbohren direkt montieren. Prüfen Sie vorab, ob vorhandene Bohrlöcher durch den Sockeldurchmesser des neuen Griffes vollständig verdeckt werden; alternativ lassen sich ungenutzte Bohrungen mit passenden Abdeckkappen sauber verschliessen.

Ergänzende Beschläge für den Schrankbau

Für eine vollständige Schrankmontage und die optimale Abstimmung des Bewegungsablaufs finden Sie im Gesamtsortiment technisch abgestimmte Komponenten:

Häufig gestellte Fragen

Wie wird der Lochabstand bei einem Schrankgriff exakt gemessen?

Messen Sie den Abstand von der Mitte der ersten Gewindebohrung exakt bis zur Mitte der zweiten Gewindebohrung auf der Rückseite des Griffs oder der Möbelfront. Bei Standard-Möbeln entspricht das Mass stets einem Vielfachen von 32 mm, typischerweise 96 mm, 128 mm, 160 mm oder 192 mm. Die reine Gesamtlänge des Griffs ist für das Bohrmass nicht massgeblich.

Welche Schrauben und Bohrdurchmesser werden für die Montage benötigt?

Üblich sind metrische M4-Gewindeschrauben in Längen von 22 mm bis 25 mm für 16 mm bis 19 mm starke Möbelfronten. Durchbohren Sie die Möbelfront mit einem 4,5 mm oder 5,0 mm Holzspiralbohrer. Dieses minimale Übermass verhindert das Verkanten der Schrauben und schützt die Innengewinde des Griffes vor Beschädigungen bei geringen Fertigungstoleranzen.

Können Kantengriffe an jeder Schranktür montiert werden?

Kantengriffe erfordern eine definierte Fugenbreite zwischen Korpus und Tür bzw. benachbarten Fronten von mindestens 1,5 mm bis 2,0 mm, da das Profil auf die Frontkante geschraubt wird. Bei zu geringem Spaltmass kann der Griff am Korpus schleifen. Die Spaltmasse lassen sich über die Justierschrauben an den Topfbändern entsprechend nachstellen.

Was ist der Grund für lockere Schrankgriffe und wie lässt sich das beheben?

Lockere Griffe entstehen meist, wenn Schrauben im Sackloch auf Grund laufen, bevor sie vollen Anpressdruck aufbauen, oder wenn sich der Schraubenkopf in weiches Plattenmaterial eingräbt. Das Unterlegen einer M4-Beilagscheibe an der Innenseite der Tür vergrössert die Auflagefläche, verkürzt die wirksame Schraubenlänge um ca. 1 mm und fixiert den Griff dauerhaft fest.