Topfbohrung (Topf-Ø 35 mm) — Was ist das? Maße & Erklärung

Die Topfbohrung ist eine zylindrische Ausfräsung auf der Innenseite einer Möbeltür, die zur Aufnahme des Scharniertopfs bei verdeckten Schrankscharnieren dient. Der Branchenstandard für den Durchmesser beträgt 35 mm, während die Frästiefe je nach Scharniertyp meist zwischen 11 und 13 mm liegt.

Was ist eine Topfbohrung genau?

Um ein Topfband bündig in einer Schranktür zu montieren, wird eine passgenaue Vertiefung benötigt. Diese Ausfräsung nimmt den metallischen Topf des Scharniers auf. Durch diese Konstruktion sitzt der Mechanismus wie ein Gelenkkopf in seiner Pfanne fest im Material, was komplexe Öffnungswinkel und eine Justierung in drei Dimensionen ermöglicht. Die Bohrung wird mit einem speziellen Forstnerbohrer oder Kunstbohrer exakt im rechten Winkel in das Trägermaterial (wie Spanplatte oder MDF) eingebracht.

Maße, Normen und Abstände

Bei der Planung und Fertigung von Möbelfronten sind exakte Maße unerlässlich. Ein fehlerhafter Abstand führt dazu, dass die Tür beim Öffnen am Korpus schleift oder sich nicht korrekt einstellen lässt.

  • Durchmesser: Der Standard für Topfbänder 35 mm liegt bei exakt `35 mm`. Für leichte oder sehr schmale Türen gibt es Sonderausführungen mit `26 mm`.
  • Bohrtiefe: Die Fräsung muss tief genug für den Scharniertopf sein, darf die Front aber nicht durchstoßen. Üblich sind Tiefen von `11,5 mm` bis `13 mm`. Bei einer Standard-Türstärke von `19 mm` bleibt somit ausreichend Restmaterial.
  • Topfabstand (C-Maß): Dies ist das Maß von der Türkante bis zum Rand der Topfbohrung. Es variiert je nach gewünschtem Fugenbild und Anschlagart, liegt aber meist zwischen `3 mm` und `6 mm`.

Anschlagarten und Scharniervarianten

Die Position der Topfbohrung bleibt bei gängigen Scharnieren oft identisch, unabhängig davon, wie die Tür am Korpus anliegt. Der Unterschied im Schließverhalten wird durch den gekröpften Gelenkarm des Scharniers erzeugt.

Neben der reinen Anschlagart bestimmt die Kinematik den Öffnungswinkel. Standardtüren nutzen oft Topfbänder / Schrankscharniere 110 Grad. Für Weitwinkelanwendungen, beispielsweise bei Innenschubladen, sind Topfbänder / Schrankscharniere 155 Grad oder Topfbänder / Schrankscharniere 165 Grad erforderlich. Moderne Ausführungen integrieren einen Dämpfer direkt im Scharniertopf. Solche Topfbänder / Schrankscharniere mit dämpfung (Soft Close) fangen die Schließbewegung sanft ab.

Werkzeug und Montagehinweise

Für die Herstellung einer sauberen Topfbohrung ist ein Forstnerbohrer mit `35 mm` Durchmesser das Standardwerkzeug. Um Ausrisse in der Spanplatte zu vermeiden, muss mit hoher Drehzahl und mäßigem Vorschub gearbeitet werden. Ein Bohrständer oder eine Tischbohrmaschine garantieren die exakte Senkrechte. Die Befestigung des Scharniers in der Bohrung erfolgt meist über zwei seitliche Schrauben (oft `45 mm` Lochabstand) oder werkzeuglos per Clip-Montage über Spreizmuffen.

Verwandte Begriffe im Möbelbau

  • System 32: Standardisiertes Raster für Lochreihen im Möbelbau mit `32 mm` Abstand.
  • Kreuzmontageplatte: Das Gegenstück zum Topfband, welches an der Korpusinnenseite verschraubt wird.
  • Soft-Close: Dämpfungsmechanismus zum leisen Schließen. Nicht zu verwechseln mit Push-to-Open (mechanische Öffnungsunterstützung für grifflose Fronten).

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Alle relevanten Beschläge für die Montage an Möbelfronten sowie die dazugehörigen Grundplatten finden sich in der technischen Übersicht für Topfbänder / Schrankscharniere.

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